24.01.13

Niedersachsens Agrarbranche

Änderungen durch SPD und Grüne erwartet

Zahl der bio-bewirtschafteten Flächen soll auf zehn Prozent steigen. Nabu fordert Ausbaustopp für Massentierhaltung in Niedersachsen.

Foto: dpa
Geflügelhaltung - Putenzucht
Putenstall in Niedersachsen (Archivbild): Nach dem Regierungswechsel könnte sich die Zahl der Tiere in Massenhaltung verringern

Hannover. Die Forderungen der SPD und der Grünen zur Landwirtschaftspolitik in Niedersachsen sind ähnlich, aber nicht hundertprozentig gleich. So lehnen beide Parteien die Gentechnik ab und fordern eine Stärkung der Verbraucherrechte.

Die Sozialdemokraten betonen aber auch die große wirtschaftliche Bedeutung des Agrarsektors: Die Landwirtschaft ist zwischen Ems und Elbe nach der Autoindustrie mit 250.000 Arbeitsplätzen der zweitwichtigste Wirtschaftsbereich. "Landwirtschaftliche Betriebe müssen sich heute, vor allem im konventionellen Bereich, auf dem Weltmarkt behaupten", heißt es im Wahlprogramm.

Das SPD-Programm beschreibt den Ist-Zustand in der Agrar-Branche mit einer geringer werdenden Zahl von Haupterwerbsbetrieben und einem größer werdenden Tierbestand pro Einheit. Aber: Belange von Verbrauchern und des Umweltschutzes sollen nach dem Willen der Sozialdemokraten eine größere Rolle spielen. Landwirte seien auch wichtig für die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe. Die Zahl der bio-bewirtschafteten Flächen soll auf zehn Prozent steigen.

Für die Grünen steht in der Landwirtschaft die Produktion hochwertiger, gesunder Lebensmittel zu fairen Preisen im Mittelpunkt. "Wir wollen, dass die Bäuerinnen und Bauern, die diese Lebensmittel produzieren, die Umwelt nicht übermäßig belasten und für ihre harte Arbeit ein angemessenes Einkommen erzielen", heißt es im Programm. Die Grünen treten für eine bäuerliche und gegen eine industriell geprägte Landwirtschaft ein. So sollen die "Grausamkeiten der industriellen Massentierhaltung" beendet werden, ebenso die Verstümmelung von Tieren oder die Käfighaltung von Hühnern. Der Ökolandbau soll "deutlich" ausgeweitet werden.

Agrarbranche erwartet Veränderungen nach Regierungswechsel

Allgemein wird nach dem Regierungswechsel erwartet, dass der Tierschutz in der Massentierhaltung künftig stärker berücksichtigt wird. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft hofft, dass eine rot-grüne Landesregierung deutliche Veränderungen herbeiführt. Der Verband erwartet nach eigenen Worten eine Agrarpolitik, "vor der die Nachbarn, Bürger und die Gesellschaft keine Angst mehr haben müssen, sondern über die sie sich freuen". Der Naturschutzverband Nabu fordert einen Ausbaustopp für die Massentierhaltung in Niedersachsen.

(Mit Material von dpa)
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