Studentenprotest Polizei räumt besetztes Gebäude in Göttingen

Foto: dapd

Studenten protestierten gegen Wohnraum-Knappheit. Aktion sei "weitestgehend friedlich" verlaufen. Ein junger Mann wurde leicht verletzt.

Göttingen. Die Polizei hat am Donnerstag in Göttingen ein von Studenten besetztes Gebäude geräumt. Die Aktion sei "weitestgehend friedlich" verlaufen, sagte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Ein junger Mann, der sich bei der Räumung gewehrt habe und von Beamten aus dem Haus getragen wurde, sei leicht verletzt worden.

Rund 70 Personen hatten am Mittwochabend die seit mehreren Jahren leer stehenden Räume der früheren Göttinger Hals-Nasen-Ohren-Klinik im Stadtzentrum besetzt. Sie hätten dort im Anschluss an eine Demonstration für mehr Wohnraum zunächst eine "After-Show-Party" gefeiert, teilte die "Wohnrauminitiative Göttingen" mit. An der Kundgebung hatten sich zuvor nach Veranstalterangaben rund 250 Menschen beteiligt.

Das Gebäude im Besitz der Universität bot bis zu seiner Schließung vor drei Jahren 65 Wohnheimplätze für Studenten. Ein neues Nutzungskonzept liegt bislang nicht vor.

Vertreter der Hochschule hatten die Besetzer am Vormittag zum Verlassen des Hauses aufgefordert. "Das Unipräsidium hat mit der Durchsetzung der Räumung heute gezeigt, dass es die Studierenden und ihre Probleme bei der Wohnungssuche nicht ernst nimmt", sagte Christoph Höland vom Allgemeinen Studierenden-Ausschuss.