27.12.12

Niedersachsen

Wildkatzen in heimischen Wäldern auf dem Vormarsch

Die heimischen Wildtiere haben in vergangenen Jahren mehr Lebensraum erhalten und sich auch in Niedersachsen gut vermehrt.

Von Anita Pöhlig
Foto: dapd
Bedrohte Wildkatzen vermehren sich in Deutschland wieder
Eine Wildkatze (Felis silvestris) in einem Wildkatzengehege. Die bedrohte Europäische Wildkatze breitet sich in Deutschland wieder aus

Leiferde. Störche, Eulen, Hasen, Füchse, Raubvögel - rund 2000 Wildtiere von fast 200 Arten finden pro Jahr im Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde Hilfe. Seit einigen Jahren werden auch immer wieder Wildkatzen in dem Zentrum im Kreis Gifhorn abgegeben. "Ich glaube, es gibt mittlerweile wieder viel mehr Wildkatzen als angenommen wird", vermutet Zentrumsleiterin Bärbel Rogoschik.

"Die Größe der Population ist schwer zu schätzen", sagte Joachim Hansmann, Förster und Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Die Tiere schlafen in der Regel am Tag und sind äußerst scheu. Sie leben vor allem im Harz, im Elm, im Deister und im Solling.

Während Hauskatzen aus dem Mittelmeerraum stammen, sind Wildkatzen ursprünglich heimische Tiere. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts kamen sie in fast allen deutschen Wäldern vor. In den vergangenen Jahren hat der Naturschutzverband Bund die Vernetzung von Lebensräumen vorangetrieben. Davon profitiert die Wildkatze.

2010 wurden die ersten beiden Wildkatzen aus dem Harz beim NABU abgegeben. Im Juli 2012 brachten Spaziergänger erneut zwei Wildkater. Derzeit sind drei weitere zur Pflege, eine wurde verletzt im Raum Göttingen gefunden, zwei wurden von Spaziergängern im Tierheim Wolfenbüttel abgegeben.

"Sie sind nur schwer von den Hauskatzen zu unterscheiden", sagte Rogoschik. Ihr Kopf und auch die Pfoten seien breiter, die Nase ist fleischfarben und am Schwanz wiesen dunkele Kringel auf eine Wildkatze hin. "Die werden auch nach einiger Zeit nicht nett", sagte die Biologin. "Nur nach dem Aussehen würde auch ich mir nicht zutrauen, eine Wildkatze hundertprozentig zu erkennen", gesteht sie.

Bei den ersten vier abgegeben Katzen habe eine Gen-Analyse im Senckenberg-Institut in Frankfurt Gewissheit gebracht. Sie wurden mittlerweile wieder im Harz ausgewildert. Auch die drei derzeit in Leiferde gepflegten Wildkatzen sollen spätestens im Frühjahr in den Harz gebracht werden.

An Spaziergänger richtet Rogoschik die dringende Bitte, nicht jedes hilflos erscheinende Tier als mutterlos zu betrachten und im Tierheim abzugeben. An Tierheimmitarbeiter appellierte sie, bei verwaschen-getigerten jungen Katzen, die ein dauerhaftes Abwehrverhalten zeigen, auch an Wildkatzen zu denken.

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