Brennelemente Mox-Transport am Sonntag in Niedersachsen erwartet

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Die Lieferung der umstrittenen Brennelemente hat den britischen Hafen Workington verlassen und könnte bereits Sonntag in Grohnde eintreffen.

Nordenham/Grohnde. Der umstrittene Transport plutoniumhaltiger Mischoxid (Mox)-Brennelemente ist nach Angaben von Umweltschützern auf dem Weg nach Niedersachsen. Das Transportschiff "Atlantic Osprey" habe in der Nacht zum Mittwoch den britischen Hafen Workington verlassen, teilten Bürgerinitiativen und Greenpeace mit. Sie beriefen sich auf Beobachtungen britischer Atomkraftgegner vor Ort. Eine offizielle Bestätigung für die Abfahrt des Schiffes gab es aber nicht.

Im niedersächsischen Hafen Nordenham, wo die "Atlantic Osprey" anlegen soll, habe die Polizei mit dem Aufstellen von Halteverbotsschildern begonnen, berichteten Anwohner der Nachrichtenagentur dapd. Auch Absperrgitter seien dort bereits abgeladen worden. Greenpeace rechnet damit, dass das Schiff am Samstag oder Sonntag in Nordenham ankommt. Von dort sollen die acht Brennelemente mit Lastwagen weiter zum Atomkraftwerk Grohnde transportiert werden.

Die Anti-Atomkraft-Bewegung kündigte massive Proteste gegen den Transport an. Sowohl in Nordenham als auch in Grohnde werde es Demonstrationen geben. Nahe des AKW wollen Aktivisten ab Freitag ein Camp beziehen. Landwirte kündigten eine Sternfahrt mit mehr als 100 Traktoren an. Auch atomkraftkritische Bauern aus dem Wendland wollten sich daran beteiligen, hieß es.

Tobias Darge von der Regionalkonferenz "Grohnde abschalten" warnte vor unkalkulierbaren Gefahren des hochgiftigen Plutonium in den Brennstäben. Schon kleinste Mengen reichten aus, um Lungenkrebs auszulösen. Robin Wood verlangte die Sperrung aller deutschen Häfen für Mox-Transporte. Sie setzten die Bürger enormen Gefahren aus und dienten nur dem Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Grohnde.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisierte den Zustand des Transportschiffes. Schon 2006 sei bei einer Überprüfung der "Atlantic Osprey" aufgefallen, dass an Bord Dosimeter zum Messen von Strahlung fehlten und die Mannschaft nicht im Strahlenschutz geschult gewesen sei. Auch der Brandschutz und die Notfallbox für Atomunfälle seien unvollständig gewesen.