13.11.12

Niedersachsen

50.000 Diakonie-Beschäftigte können auf mehr Geld hoffen

Seit zwei Jahren wird um höhere Gehälter in der Diakonie gerungen. Nun sollen die Beschäftigten noch in diesem Jahr mehr Geld erhalten.

Foto: ZB/DPA
Hallesche Erklärung: Diakonie will Mindestrente gegen Altersarmut
Mitarbeiter der niedersächsischen Diakonie können auf höhere Gehälter hoffen

Hannover. Seit mehr als zwei Jahren wird in der Diakonie in Niedersachsen um eine bessere Bezahlung und eine Ablösung des kirchlichen Arbeitsrechts durch klassische Tarifverhandlungen gerungen. Nun sollen die 50.000 Beschäftigten voraussichtlich noch in diesem Jahr mehr Geld erhalten. Wegen der festgefahrenen Situation sei die Schlichtungskommission angerufen worden, sagte Diakoniechef Helge Johr am Dienstag in Hannover.

Auch um eine Beteiligung der Gewerkschaft Verdi an der bislang rein kircheninternen Tariffindung durchzusetzen, hatte die Arbeitnehmerseite die Verhandlungen seit dem Frühjahr 2011 boykottiert. Um diese Blockade zu durchbrechen, hatten die evangelischen Kirchen in Niedersachsen eigens ihre Arbeitsgesetze geändert. Zu der anstehenden Schlichtung wird die Arbeitnehmerseite nun zwar erneut eingeladen, sagte Johr. Wenn sie nicht teilnehme, könne es einen Schlichterspruch aber notfalls auch ohne sie geben.

Wie der Geschäftsführer des Diakonischen Dienstgeberverbands, Robert Johns, für die Arbeitgeberseite erklärte, solle der Mehrzahl der Beschäftigten ein Lohnplus oberhalb des Inflationsausgleichs geboten werden. Bei den finanziell unter Druck stehenden Altenheimen und Krankenhäusern solle das Angebot aber zurückhaltender ausfallen, Kürzungen seien keine geplant. Für die Arbeitnehmerseite sagte Lothar Germer von der Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen, eine Teilnahme an der Schlichtung werde es nicht geben. Das Vorgehen der Arbeitgeber sei "eine absolute Farce". Er sei gespannt, ob sich überhaupt ein Schlichter finden lasse.

Im Grundsatzstreit über ein Streikrecht bei Einrichtungen der Kirchen will das Bundesarbeitsgericht am 20. November urteilen. Die Auseinandersetzung hatte die Einigung auf eine bessere Bezahlung in Niedersachsen trotz der Bereitschaft der Arbeitgeber zu Lohnerhöhungen blockiert. Aus der Not hatten die Diakonischen Dienste Hannover im Februar die Gehälter ihrer 4500 Beschäftigten freiwillig erhöht. Als erste Diakonie-Einrichtung in Niedersachsen war das Evangelische Krankenhaus Oldenburg vor knapp einem Jahr aus dem kirchlichen Arbeitsrecht ausgeschert und hatte über einen Haustarifvertrag Tariferhöhungen mit Verdi vereinbart.

(Ha/dpa)
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