12.11.12

Niedersachsen

Neubau für Maritimes Sicherheitszentrum in Cuxhaven

Beim Untergang der "Pallas" waren Havariekommando und Maritimes Sicherheitszentrum überfordert. Jetzt sollen sie zusammenarbeiten.

Foto: dpa
Maritimes Sicherheitszentrum
Eine Computergrafik zeigt das künftige Maritime Sicherheitszentrum in Cuxhaven

Cuxhaven. Aus dem Untergang des brennenden Holzfrachters "Pallas" haben Politik und Verwaltung Konsequenzen gezogen. Das Schiff war im Herbst 1998 auf einer Sandbank vor der nordfriesischen Insel Amrum gestrandet und hatte große Umweltschäden verursacht. 2003 nahm das Havariekommando seine Arbeit auf, 2007 kam das Maritime Sicherheitszentrum hinzu. Jetzt sollen alle zuständigen Behörden des Bundes und der norddeutschen Küstenländer in einem neuen und gut 21 Millionen Euro teuren Gebäude zusammenarbeiten. Dazu setzten Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, (beide CDU) am Montag in Cuxhaven den ersten Spatenstich.

Ferlemann erinnerte an den Umgang mit dem teilweise ausgebrannten Containerschiff "Flaminia" das nach dem Eingreifen des Havariekommandos in diesem Sommer sicher in den JadeWeserPort gebracht wurde. "Die haben exzellente Arbeit geleistet", lobte Ferlemann. Vor gut zwei Jahren konnten alle Passagiere und Besatzungsmitglieder der brennenden Ostseefähre "Lisco Gloria" gerettet werden. Auch hier hatte das Havariekommando den Einsatz, an dem neben zivilen Rettungskräften auch die Bundeswehr beteiligt war, koordiniert.

"Das ist ein guter Tag für die maritime Sicherheit in Deutschland", sagte Ferlemann. In Zukunft werde das Maritime Sicherheitszentrum auch wegen der Offshore-Windenergie immer wichtiger. Beim Aufbau der großen Windparks könnten bis zu 2000 Menschen auf hoher See beschäftigt sein.

Nach McAllisters Einschätzung wird das neue Gebäude optimale Voraussetzung für kurze Wege und damit eine reibungslosen Zusammenarbeit der Behörden schaffen. "Ich bin mir sicher, dass das Zentrum für ein Maximum an Sicherheit sorgen wird." Die Aufgaben seien sehr komplex, das habe sich gerade bei der "Flaminia" gezeigt. Das Schiff trieb wochenlang – von einem Schlepper begleitet - brennend auf dem Atlantik, weil kein Land einen Nothafen zur Verfügung stellen wollte. Auf Anweisung des Bundesverkehrsministeriums übernahm das Havariekommando den Fall und sorgte für die Rückkehr des Schiffes nach Deutschland.

Im Maritimen Sicherheitszentrum arbeiten das Havariekommando, die gemeinsame Leitstelle der Wasserschutzpolizei der fünf Küstenländer, der Koordinierungsverbund Küstenwache mit Bundespolizei, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Zoll und Fischereischutz sowie eine Verbindungsstelle der Marine zusammen. Das gemeinsames Lagezentrum ist bereits seit 2007 im Einsatz. Bisher werden dazu Räume der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung genutzt. Der Umzug in den fast 2000 Quadratmeter großen Neubau ist für Ende 2014 geplant.

dpa
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