25.02.13

Lebensmittelskandal

Eier-Betrug: Landwirte "stinksauer" auf Kollegen

Wut auf dem Braunschweiger Bauerntag: Die meisten Landwirte sind empört über ihre mutmaßlich mogelnden Kollegen im Bio-Eier-Betrug.

Von Anita Pöhlig
Foto: dpa
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Viele Landwirte sind sauer über die mutmaßlich mogelnden Kollegen

Braunschweig. "Ich bin stinksauer", empört sich Jürgen Hirschfeld über die Bauern, die den Skandal um falsch deklarierte Bio-Eier zu verantworten haben. "Landwirte, die ordentlich produzieren, haben dadurch wieder Probleme", sagt der Vorsitzende des Landvolks im Braunschweiger Land. Hirschfeld, selbst Landwirt aus Seesen im Kreis Goslar, trifft damit die Meinung vieler der rund 300 Landwirte, die am Montag zum sechsten Braunschweiger Bauerntag in die Stadthalle kamen.

Eigentlich wollten die Teilnehmer das Thema Lebensmittelsicherheit unter eher technischen Aspekten erörtern. Doch die Schlagzeilen um Pferdefleisch und falsche Bio-Eier beherrschten das Treffen: "Das ärgert mich. Wer was anderes draufschreibt als er verkauft, der ist ein Betrüger", empört sich Christian Stoewenau aus dem Kreis Peine.

Sein Kollege Friedrich Maushake aus Lelm im Kreis Helmstedt ist ähnlich sauer: "Das ist ein Imageverlust grundsätzlich für die ganze Branche." Sollte die Schuld der Verdächtigen bewiesen werden, sollte das Landvolk über einen Ausschluss nachdenken, findet er. "Es ist eine Sauerei dem Verbraucher gegenüber", sagt Britta Michel aus Rennau im Kreis Helmstedt. Unverständnis, aber auch Traurigkeit empfindet Hans Kasinger. "Es gibt überall Druck, das ist aber kein Grund für Betrügereien. So etwas hat niemand nötig", sagt der Bauer aus Leinde im Kreis Wolfenbüttel.

Die Landwirte sind sicher, dass es genug Gesetze und Kontrollen gebe. Die Organisation könne jedoch verbessert werden: "Es sollte klarere Zuständigkeiten zwischen Land, Landkreisen und Landwirtschaftskammer in Niedersachsen geben", regt der Vorsitzende des Landvolks im Braunschweiger Land Hirschfeld an. Zudem sollten die Kontrollen gezielter darauf abgestimmt werden, ob es ein Betrieb für Schweine-, Rinder- oder Geflügelhaltung sei.

"Bei Kühen ist es einfacher, sie haben eine Ohrmarke und jedes Tier wird in der bundesweiten Datenbank geführt", sagt Hirschfeld. Aber auch bei Geflügel könne man gut kontrollieren. Er könne sich jedenfalls nicht vorstellen, dass ein Landwirt aus Versehen mehr Hühner halte, als für das Etikett Bio erlaubt sei: "Ein Landwirt weiß doch, wieviel Küken er kauft. Wenn er statt 40 000 nur 39 000 geliefert bekommt, wäre er doch auch sauer und würde nicht zahlen."

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