06.02.13

Ostseefisch

Dioxin und PCB: Ministerium warnt vor Dorschleber

Landwirtschaftsministerium in Schwerin warnt vor dem Verspeisen der Leber des Ostseedorschs. Diese sei stark mit Giften belastet.

Foto: pa/dpa
Dorschfang in der Ostsee
Zwei Dorsche liegen nach dem Anlanden in einer Kiste mit Eis

Die Leber des Ostseedorschs ist so stark mit Giften belastet, dass sie nicht mehr gegessen werden sollte. Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Schwerin am Mittwoch mit. Untersuchungen von 21 Dorschleberproben aus der Ostsee auf Dioxine, Furane und die organischen Chlorverbindungen PCB hätten ergeben, dass die in der EU festgelegten Höchstgehalte in allen Fällen überschritten wurden. Minister Till Backhaus (SPD) sagte, alle fischverarbeitenden Betriebe, Handel und Verbände im Land seien darüber informiert. Amtlicherseits sei geregelt, dass keine Dorschleber aus der Ostsee in den Verkauf gelange. Im Handel sei aber Dorschleber aus dem Atlantik, deren Werte unbedenklich seien.

Bereits seit fünf Jahren verarbeitet die Firma "Rügenfisch" in Sassnitz keine Dorschleber aus der Ostsee mehr. "Damals wollten wir das Risiko einer möglichen Grenzwertüberschreitung durch Umweltgifte wie Dioxin nicht eingehen", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Peper. Mit den Werten, die im Labor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei ermittelt wurden, wird laut Ministerium die für den Menschen tolerierbare Menge bei einem einmaligen Verzehr von 200 Gramm Dorschleber für etwa 48 Wochen voll ausgeschöpft.

Dorschfleisch gilt dagegen als unbedenklich. Der Dorsch ist ein Magerfisch, dessen Fleisch nach den Untersuchungsergebnissen nur gering belastet ist.

Der Mensch nimmt Dioxine und Furane vor allem über fetthaltige tierische Lebensmittel auf. Die Substanzen reichern sich im Körperfett – vor allem in der Leber – an und werden nur sehr langsam wieder ausgeschieden. Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Außerdem kann bei Schwangeren und jungen Müttern der Übergang der Dioxine über die Plazenta und Muttermilch ein Risiko für die Gesundheit der Kinder sein. Die Umweltgifte Dioxin und PCB werden hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen in der Industrie freigesetzt. Sie sind auch als Altlasten in Böden und Oberflächengewässern vorhanden und gelangen so in die Nahrungskette.

(abendblatt.de/dpa)
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