30.01.13

Gestohlener Leibniz-Keks

Vom Krümelmonster erpresst: Bahlsen will seinen Keks zurück

Erpresser in Krümelmonster-Kostüm stellt nach dem Diebstahl des Wahrzeichens Forderungen. Polizei tappt im Dunkeln.

Von Christina Sticht
Foto: dpa/ZGBZGH
Der Keks ist weg
So soll das Firmen-Wahrzeichen des Gebäckherstellers Bahlsen in Hannover eigentlich aus. Doch der Keks in der Mitte wurde gestohlen

Hannover. Erst stehlen dreiste Diebe den vergoldeten Keks von der Fassade des Bahlsen-Stammhauses, dann taucht ein Erpresserbrief vom Krümelmonster auf. Die Geschichte rund um das verschwundene Wahrzeichen des traditionsreichen Gebäckherstellers Bahlsen wird immer abstruser. Die Polizei Hannover geht nun auch dem Verdacht der versuchten Erpressung nach.

Dem Schreiben, das am Dienstag bei Bahlsen und bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" eintraf, war ein Foto beigelegt: Es zeigt eine Person im Krümelmonster-Kostüm, das in einen riesigen goldenen Leibniz Keks beißt. Die Spezialisten der Polizeidirektion Hannover prüfen derzeit, ob es sich um eine Fotomontage handelt. "Das wird noch einige Tage dauern", sagt Polizeisprecherin Jacobe Heers am Mittwoch. Noch sei unklar, ob die wahren Keks-Diebe oder Trittbrettfahrer das Schreiben verfasst hätten.

In dem aus Zeitungs-Schlagzeilen zusammengeschnipselten Drohbrief verlangt das Krümelmonster, allen Kindern im hannoverschen Kinder-Krankenhaus Kekse zu schenken ("Aber die mit Vollmilch"). Die 1000 Euro Belohnung, die Bahlsen zur Ergreifung des Keks-Diebes ausgesetzt hat, soll zudem an ein Tierheim gespendet werden.

Ist der Keks-Dieb mit sozialer Ader also etwa eine Art moderner Robin Hood? Foppt er gar ähnlich dreist die Polizei wie vor 20 Jahren Kaufhaus-Erpresser "Dagobert"? Im Internet wird bereits heftig über die Identität des schielenden Krümelmonsters diskutiert, das auf dem Foto ein wenig an Kermit, den Frosch erinnert.

So absurd das alles scheint: Unternehmenschef Werner M. Bahlsen ist nicht zum Lachen zumute. "Es ist eine Straftat. Wir wollen, dass die Sache aufgeklärt wird", sagt der 63-Jährige am Mittwoch in die Mikrofone und Kameras der Journalisten. Mehrfach appelliert der Gebäckhersteller: "Wir wollen den Keks zurückhaben. Dieser Keks ist für unser Haus ein Symbol. Er ist auch wichtig für Hannover." 100 Jahre lang hing der Keks in fünf Meter Höhe am Stammhaus, er ist Teil der Fassadenverzierung des Jugendstil-Bildhauers Georg Herting.

Erst vor kurzem geriet Bahlsen in die Schlagzeilen, als das Unternehmen zunächst das Aus seiner Weihnachtsgebäck-Produktion verkündete – und sie nach Kundenprotesten wieder zurücknahm. Ist der Diebstahl womöglich eine von der Firma eingefädelte Marketing-Aktion? "Das ist Unsinn. Wir sind ein seriöses Unternehmen. Mit solchen Dingen würden wir nicht scherzen", sagt Bahlsen. Auf die Forderungen des Krümelmonsters werde er nicht eingehen. Erst müsse das Kunstwerk zurückgegeben werden. "Wir werden danach eine sehr wichtige soziale Aktion starten, aber wir lassen uns nicht erpressen."

So wird der Keks-Krimi aus Hannover fortgesetzt. Die Polizei prüft Zeugenhinweise, wonach am 11. Januar in den frühen Nachmittagsstunden der goldene Keks abgeschraubt wurde. Zwei Männer in dunkler Handwerkerkleidung wurden dabei beobachtet. Es gibt Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem Markenzeichen. Vor drei Jahren hatte der mysteriöse Diebstahl der Kultfigur aus dem Kinderkanal "Bernd das Brot" in Erfurt übrigens ähnlich viele Schlagzeilen gemacht. Nach zwei Wochen tauchte "Bernd das Brot" wieder auf.

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