22.01.13

Deutsches Meeresmuseum

Gesundheitscheck für Stralsunder Meeresschildkröten

Ein Tierarzt wiegt und vermisst die Reptilien. Eine Ultraschall-Untersuchung bei einem weiblichen Tier sorgte für eine Überraschung.

Von Martina Rathke
Foto: dpa

Taucher sollen die Schildkröten des Stralsunder Meeresmuseums für die Untersuchung beim Tierarzt einfangen

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Stralsund. "Da sind sie", staunt Tierarzt Dieter Göbel. Gebannt schaut der 64-jährige Fachmann auf den Monitor des Ultraschallgerätes, während er mit dem Schallkopf über den panzernen Unterleib der Meeresschildkröte fährt. Wie auf eine Perlenkette gereiht zeichnen sich beim Gesundheitscheck der Unechten Karettschildkröte auf dem Bildschirm rund 20 Eier im Legedarm ab. Die Eier sind unbefruchtet, da ist sich Göbel ganz sicher. Denn ihr potenzieller Partner, ein 44-Jähriger Schildkrötenmann, ist derzeit in Quarantäne. Trotzdem sind die Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund am Dienstag elektrisiert. "Nachwuchs wäre etwas ganz Tolles", sagt Sigrid Wewezer vom Betreuerteam der Schildkröten. Bislang gelang die Nachzucht von in Gefangenschaft gehaltenen Tieren lediglich Kollegen im französischen Antibes.

Seit 2005 hat die 48-jährige Schildkrötendame in Stralsund einen potenziellen Partner an ihrer Seite. Das Aquarium im polnischen Gdynia gab ihr männliches Tier an das Stralsunder Museum ab, das fast 30 Jahre Erfahrung in der Haltung von Riesenschildkröten hat und seit 2004 auch über ein Meeresschildkrötenbecken mit einer künstlichen Strandzone verfügt. Männchen und Weibchen – beide im besten Schildkrötenalter – übten sich auch fleißig. Doch die Paarungsversuche hatten das 44-jährige männliche Tier im wahrsten Sinne des Wortes "aufgerieben". Bei der Paarung hatte er sich immer wieder den Bauchpanzer aufgescheuert. Deshalb war der Schildkrötenmann auch dieses Mal zu einer wochenlangen Quarantäne verdammt, wie Teamleiter Mirko Becker berichtet. Da die Verletzungen inzwischen abgeheilt seien, könne das Männchen nun aber wieder zurück in das Becken gesetzt werden.

Für eine erfolgreiche Nachzucht müssen viele Faktoren zusammenkommen. Dass ein Weibchen Eier produziert und diese vom Männchen befruchtet werden, reicht nicht aus. Die Schildkröte müsse auch in Gefangenschaft die Eier im Sand vergraben können, sagt Tierarzt Göbel. "Die Temperatur des Sandes, die Körnung und auch die Tiefe, in der die Eier liegen, spielen eine entscheidende Rolle." Zudem legen Schildkröten ihre Eier meist an den Orten ab, an denen sie selbst geschlüpft sind – und das ist bei den in Gefangenschaft gehaltenen Schildkröten in Stralsund nicht möglich.

Trotz der Haltung in einer künstlichen Umgebung machen die fünf Tiere, darunter auch zwei Suppenschildkröten und eine Echte Karettschildkröte, auf den Tierarzt einen guten Eindruck. "Haut und Panzer sind das Spiegelbild für die Gesundheit", sagt Göbel. Mit kleinen Hammerschlägen auf den Panzer überprüft er die Lungenfunktion. Mit einem Messer trennt er kleine abstehende Hornschüppchen vom Panzer, damit sich dahinter keine Keime sammeln können. Zudem nimmt Göbel Abstriche von den Augen, aus Nase, Maul und After. Die mikrobiellen Proben werden in einem Labor ausgewertet.

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