21.01.13

Schwerin

Neun Jahre Haft im Auftragsmord-Prozess verhängt

Mehr als 17 Jahre liegt der gescheiterte Auftragsmord in Schwerin zurück. Vier Jahre dauerte die Beweisaufnahme vor Gericht.

Von Grit Büttner
Foto: dpa
Göttin Justitia
Mehr als 17 Jahre nach einem gescheiterten Auftragsmord in Schwerin ist ein 45-jähriger Kölner am Montag vom Landgericht zu neun Jahren Haft verurteilt worden

Schwerin. Mehr als 17 Jahre nach einem gescheiterten Auftragsmord in Schwerin ist ein 45-jähriger Kölner am Montag vom Landgericht zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann bei dem Anschlag 1995, den das Opfer nur knapp überlebte, mit am Tatort gewesen ist und möglicherweise selbst geschossen hat. Allerdings sei nicht mehr zweifelsfrei zu klären gewesen, wer von den zwei maskierten Tätern tatsächlich die drei Schüsse auf das in einem Auto sitzende Opfer aus nächster Nähe abgegeben hatte, erklärte der Vorsitzende Richter in der Begründung. Dennoch wurde der Mann, der bis zuletzt eine Tatbeteiligung bestritt, wegen versuchten Mordes verurteilt.

Die Verteidigung werde in Revision gehen, erklärte ein Vertreter. Sie hatte auf Freispruch plädiert. Zeugen seien unglaubwürdig, zu viele Details zum Mordauftrag sowie dem Tathergang wären während des Verfahrens nicht geklärt worden, hieß es. So lasse sich nach der langen Beweisaufnahme nicht der Schluss ziehen, dass der Angeklagte etwas mit der Tat zu tun habe, sagte ein Verteidiger am Montag.

Der Indizienprozess vor dem Schweriner Landgericht hatte rund vier Jahre gedauert. Mit 137 Verhandlungstagen gilt er als einer der längsten in der Justizgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Wegen Verfahrensverzögerung wurden dem Verurteilten sechs Monate seiner Strafe als bereits verbüßt anerkannt.

Der Auftrag zum Mord soll von einem heute 66 Jahre alten früheren Spielothekenbetreiber in Schwerin gekommen sein, um einen Konkurrenten auszuschalten. Der Auftraggeber gilt seit einem Schlaganfall als verhandlungsunfähig, sein Verfahren wurde abgetrennt. Der Komplize war bereits 1995 tödlich verunglückt.

Laut Gericht belief sich die Auftragssumme auf umgerechnet 75.000 Euro, die der Verurteilte auch teilweise erhalten habe. Als Tatmotiv nannten die Richter Habgier. Die maskierten Täter sollen dem damaligen Angestellten des Spielothekenbetreibers im Dunklen aufgelauert haben, einer soll dann die Schüsse abgefeuert haben.

Das Opfer, das noch selbst den Notarzt alarmierte, überlebte schwer verletzt. Der Mann leide bis heute unter den Folgen der Tat, er sei zu 80 Prozent schwerbehindert sowie arbeitsunfähig, erklärte der Vorsitzende Richter.

Die Ermittlungen zum gescheiterten Schweriner Auftragsmord waren 1997 zunächst eingestellt und erst 2004 wieder aufgenommen worden. Anlass dafür war die Aussage eines überraschend aufgetauchten Zeugen, eines früheren Freundes des Verurteilten.

Der bereits wegen diverser anderer Delikte vorbestrafte und nun wegen versuchten Mordes verurteilte Kölner rang während der Urteilsbegründung sichtlich um Fassung und schüttelte immer wieder den Kopf.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos

Das Bezirksamt Eimsbüttel hat den Antrag zum Umbau des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes an den Sophienterrassen zu Gunsten von Flüchtlingsunterkünften genehmigt. Künftig werden hier 23 Wohnungen entste…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Unfall

Harburg: Wagen prallt gegen Hauswand

2. Spieltag

2. Spieltag: Deutsche Teams in der Champions Leagu…

Champions League

Schalke gegen Maribor – die besten Bilder

Schweden

SOS-Kinderdorf auf Klassenfahrt

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr