30.12.12

Jahresbilanz

Rocker, Rücktritt, Regenwetter: Das war los im Norden 2012

Großrazzia gegen Rocker-Kriminalität, Carstensen tritt ab und ein Sturm setzt den Norden unter Wasser. Ein Rückblick auf Norddeutschland.

Foto: dpa, Montage: HA
Streit um die Beflaggung der MS Deutschland und der Rücktritt von Peter-Harry Carstensen in Schleswig-Holstein. Das bewegte Norddeutschland 2012
Streit um die Beflaggung der MS Deutschland und der Rücktritt von Peter-Harry Carstensen in Schleswig-Holstein. Das bewegte Norddeutschland 2012

7. Januar: Die evangelischen Kirchen von Schleswig-Holstein und Hamburg sowie von Mecklenburg und Pommern treffen in Rostock eine Entscheidung von historischer Bedeutung: Die drei Kirchen aus West- und Ostdeutschland schließen sich zur Nordkirche zusammen. Die Mitglieder der Synoden aus Nordelbien, Mecklenburg und Pommern stimmen für die Fusion der drei Einzelkirchen. Mit 227 von 255 Stimmen wird die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses stehen die Synodalen spontan auf und singen "Großer Gott, wir loben Dich."

13. Januar: Ein Zug der Nord-Ostsee-Bahn kollidiert nahe der Ortschaft Bargum im Kreis Nordfriesland mit einer Rinderherde. Ein 38 Jahre alter Fahrgast wird aus dem Zug geschleudert und stirbt noch an der Unfallstelle. 14 Tiere verenden auf den Gleisen. Die Bergungs- und Reparaturarbeiten dauern tagelang. Im November beginnt der Prozess gegen einen 61 Jahre alten Landwirt, der für die Rinder zum Zeitpunkt des Unfalls verantwortlich gewesen sein soll. Die Forderungen gegen ihn, etwa wegen der Gleisarbeiten, belaufen sich auf drei Millionen Euro.

8. Februar: Der Serienmörder Hans-Jürgen S. wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Der 65-jährige Maurer tötet zwischen 1969 und 1984 fünf junge Frauen aus dem Großraum Hamburg. Sein Motiv: Frust über Frauen und Befriedigung seiner sexuellen Lust, befindet das Kieler Landgericht. Der Mann, inzwischen selbst Vater und Großvater, wird knapp drei Jahrzehnte nach seinem letzten Mord an einer Schwesternschülerin überführt, weil die Polizei erneut DNA-Tatortspuren prüfen lässt. Den entscheidenden Hinweis liefert die Speichelprobe seines Bruders. Vier der Frauen, die jüngste war erst 15, die älteste 22 Jahre alt, erwürgte der Serienmörder.

3. März: In der Kleinstadt Leck in Nordfriesland eskaliert eine Demonstration gegen einen verurteilten Sexualstraftäter. Nachdem die Demo zuerst friedlich verlief, kommen Rufe nach der Todesstrafe auf, Teilnehmer versuchen, in die Wohnung des 18-Jährigen zu gelangen. Ein Großaufgebot der Polizei kann das verhindern. Der 18-Jährige verlässt Leck. Dann folgt die juristische Aufarbeitung. Mitglieder des rechtsextremen Spektrums waren bei der Demo dabei. Im Herbst beginnt der Prozess gegen den 41-jährigen Versammlungsleiter, der NPD-Flugblätter verlesen hatte. Ihm wird vorgeworfen, versucht zu haben, einem Polizisten die Waffe zu entreißen. Ende November das Urteil: Neun Monate und zwei Wochen auf Bewährung.

22. März: Die größte Blume der Welt blüht auf – und stinkt enorm. Das Ereignis im Botanischen Garten gilt Botanikern als Sensation. Der Titanenwurz, eine Pflanze aus den Regenwäldern Sumatras, kommt in botanischen Gärten kaum vor, blüht selten und dann nur drei Tage lang. "Sie hat 15 Jahre dafür gebraucht", sagt Gartenkustos Martin Nickol. "Die Dame ist aus den Tropen und äußerst krüsch." 21 Kilo bringt der Kieler Titanenwurz auf die Waage. In Schleswig-Holstein war zum ersten Mal ein Blütenstand der "Amorphophallus titanum" zu sehen. Der größte jemals vermessene Titanenwurz wurde 2,94 Meter groß.

25. April: Der scheidende Regierungschef Peter Harry Carstensen nimmt emotional Abschied aus dem Landtag. Auch Vertreter der Opposition bekunden in der letzten Tagung vor der Neuwahl Respekt für den 65-Jährigen. Mit stockender Stimme sagt der seit 2005 amtierende CDU-Regierungschef, er gehe in tiefer Dankbarkeit. Zur Wahl in elf Tagen tritt Carstensen nicht wieder an. Eine seiner schwersten Entscheidungen sei es gewesen, den Weg in den Schuldenstaat zu stoppen. Er bekommt Beifall nicht nur von CDU/FDP. Grüne, SSW-Leute, einige SPD-Politiker und eine Linke applaudieren auch, SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hingegen kritisiert Carstensen.

1. Mai: Der THW Kiel wird zum 17. Mal deutscher Handballmeister und schafft das, was noch keiner vollbracht hat: Das Team von Trainer Alfred Gislason gewinnt alle 34 Saisonspiele. 10.000 Zuschauer feiern den Meistertitel in der Kieler Arena. "Die Nummer eins im Norden sind wir", skandieren sie – eine Anspielung auf den HSV Hamburg, der den Kielern den Titel im Jahr zuvor weggeschnappt hatte. Einen Monat später feiern 20.000 Menschen den Titel auf dem Rathausplatz.

6. Mai: Politkrimi im Norden: Die Landtagswahl bringt das Aus für Schwarz-Gelb und ermöglicht hauchdünn eine "Dänen-Ampel" aus SPD, Grünen und SSW. Ministerpräsident soll SPD-Mann Torsten Albig werden. Die CDU landet prozentual hauchdünn vor der SPD. Die kriselnde FDP feiert mit Wolfgang Kubicki ein Comeback. Die Piraten ziehen ins Parlament ein, die Linke scheidet aus. Die CDU mit Spitzenkandidat Jost de Jager schafft mit 30,8 Prozent 22 Mandate, wie die SPD mit 30,4 Prozent. Beide Parteien hatten deutlich mehr erwartet. Die Grünen holen mit 13,2 Prozent ihr bestes Ergebnis und 10 Sitze. Je 8,2 Prozent und 6 Sitze erhalten FDP und Piraten. Der SSW, von der Fünf-Prozent-Klausel befreit, kommt mit 4,6 Prozent auf 3 Mandate.

Schleswig-Holsteins CDU-Landeschef Jost de Jager muss hingegen eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Der Spitzenkandidat verpasst den Einzug in den Landtag. Die Landesliste kommt nicht zum Tragen. Denn die Union erhält genau so viele Direktmandate wie ihr Sitze im Parlament zustehen. De Jager hatte keinen Wahlkreis, weil er erst nach dem plötzlichen Rücktritt von Christian von Boetticher an die Spitze gerückt war. De Jagers Lage ohne Mandat ist schwierig. Im August gibt es Rücktrittsgerüchte. Im Gerangel um eine Direktkandidatur für die Bundestagswahl 2013 kann sich de Jager im Oktober nur knapp gegen parteiinterne Konkurrenz durchsetzen. Im November wird er mit weniger als 80 Prozent der abgegebenen Stimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt.

24. Mai: Beispiellose Großaktion gegen kriminelle Rocker. 1200 Polizisten durchsuchen Bordelle, Gaststätten und Wohnungen im Raum Kiel, in Hamburg und Niedersachsen. Fünf führende Mitglieder der verbotenen Hells Angels werden verhaftet. Es geht um Menschenhandel, Korruption, Körperverletzung und Waffenhandel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in 194 Verfahren gegen 69 Personen, mehrere Prozesse folgen. Spektakulärste Aktion ist die Suche nach dem vermissten Tekin Bicer. Er soll von Rockern ermordet, seine Leiche im Fundament einer Lagerhalle in Altenholz einbetoniert worden sein. Wochenlang wird gesucht, die Halle wird komplett abgebaut, nichts wird gefunden.

27. Mai: Mit einem Festgottesdienst im Ratzeburger Dom wird die Nordkirche gegründet. Mit rund 2,3 Millionen Mitgliedern in 1045 Gemeinden zwischen der dänischen und der polnischen Grenze ist sie die fünftgrößte evangelische Landeskirche in Deutschland. Bundespräsident Joachim Gauck, der bis 1989 Pastor in Rostock war, lobt die Gründung der Nordkirche als neues Kapitel des Miteinanders von Ost- und Westdeutschen, warnt aber zugleich vor zu viel Euphorie. Beim anschließenden Gründungsfest feiern rund 20.000 Menschen aus allen Teilen der neuen Nordkirche. Ratzeburg war wegen der jahrzehntelangen Brückenfunktion zwischen den Kirchen in West und Ost als Ort für die Gründungsfeier gewählt worden.

3. Juni: Das Dreierbündnis steht. Die Verhandlungsrunde aus SPD, Grünen und SSW beschließt den Koalitionsvertrag. Tage später geben Parteitage endgültig grünes Licht. Der SSW bekommt erstmals einen Ministerposten. Anke Spoorendonk wird im Kabinett Albig Ressortchefin für Justiz, Kultur und Europa. Die Grünen übernehmen das Schlüsselressort Finanzen, mit Monika Heinold als Ministerin. Robert Habeck wird zuständig für Energiewende, Umwelt und Landwirtschaft. Die restlichen vier Häuser gehen an die SPD. Minister werden Reinhard Meyer (Wirtschaft), Kristin Alheit (Soziales), Andreas Breitner (Innen) und die parteilose Waltraud Wende (Bildung).

9. Juni: Die Pläne der Reederei Deilmann, das ZDF-Traumschiff "Deutschland" künftig unter maltesischer Billigflagge fahren zu lassen, sorgen für Aufruhr an Bord und in der Politik. Der neue Eigner, der Münchner Finanzinvestor Aurelius, begründet die Überlegungen mit der Kürzung der Bundeszuschüsse für deutsche Schiffe. Erst Ende Juli, als das Kreuzfahrtschiff während der Olympischen Spiele in London vor Anker liegt, lenkt die Reederei angesichts des massiven öffentlichen Drucks ein. Für den Kapitän der "Deutschland", Andreas Jungbluth, hat der Streit ein bitteres Nachspiel. Er wird im Oktober wegen "illoyalen Verhaltens" fristlos entlassen. Jungbluth hatte die Reederei wegen der Ausflaggungspläne öffentlich massiv kritisiert und sich sogar hilfesuchend an den Bundespräsidenten gewandt.

12. Juni: Torsten Albig ist neuer Ministerpräsident. Die Demütigung, die 2005 Heide Simonis erlitt, bleibt ihm erspart. 37 Abgeordnete stimmen für den SPD-Politiker, zwei mehr, als die neue Koalition aus SPD, Grünen und SSW Stimmen hat. Mindestens zwei Piraten votierten für Albig (49). Dieser zeigt menschliche Größe und bescheinigt CDU-Vorgänger Peter Harry Carstensen eine historische Leistung. Gerührt wischt Carstensen eine Träne weg. Mit dabei ist Ex-Ministerpräsidentin Simonis. Ihr hatte beim Wiederwahl-Versuch am 17. März 2005 jemand aus den eigenen Reihen in vier Wahlgängen die Stimme verweigert. Der "Heide-Mord" mündete in eine Große Koalition.

16. Juni: Die Kieler Woche beginnt. Der schleswig-holsteinische SPD-Ministerpräsident Torsten Albig hatte die Veranstaltung am Abend zuvor gemeinsam mit Seglerlegende Jochen Schümann eröffnet. Rund drei Millionen Besucher strömen zu dem neuntägigen Segelevent an die Förde. Zu dem Fest reisen auch rund 3500 Regattafahrer aus knapp 40 Ländern an. Außerdem kommen hochkarätige Gäste wie Bundespräsident Joachim Gauck, Weltstar Bob Geldof und Rocklegende Chi Coltrane. Die Kieler Woche gilt als weltgrößtes Segelereignis und größtes Sommerfest im Norden Europas.

29. Juni: Massive Regenfälle und schwere Gewitter ziehen über Teile von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hinweg und überfluten zahlreiche Straßen und Keller. Allein in Kiel sind einige hundert Feuerwehrleute im Einsatz, etwa um Gebäude leerzupumpen. Betroffen sind unter anderem die Universität und ein Dialysezentrum. Umgestürzte Bäume legen zudem unter anderem die wichtige Bahnstrecke Hamburg-Berlin lahm. Stellenweise fallen innerhalb von 35 Minuten rund 20 Liter Wasser auf einen Quadratmeter Erde.

30. Juli: In Schleswig-Holstein gibt es wieder einen Wolf. Im Kreis Segeberg tappt ein Rüde in eine Fotofalle. Für Naturschützer ist es ein Freudentag, andere reagieren mit Skepsis. "Rotkäppchen lügt" steht auf einem Button, mit dem Umweltminister Robert Habeck in den Wildpark Eekholt kommt. Der Grüne will ängstlichen Bürgern klarmachen: Niemand braucht sich vor dem Wolf zu fürchten. Zuletzt war 2007 ein junger Wolf auf Wanderschaft in Ostholstein überfahren worden. Davor gab es im Land lange keine Wölfe, der letzte wurde 1820 erlegt.

26. August: Mit einem umjubelten Konzert des chinesischen Pianisten Lang Lang geht in Lübeck das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) 2012 zu Ende. Unter dem Motto "Im Jahr des Drachens" stand sieben Wochen lang Musik aus China im Mittelpunkt. Rund 111.000 Besucher sahen und hörten die 150 Konzerte. Das Spektrum reichte von klassischer europäischer Musik bis zu exotischen Darbietungen aus dem Land der Mitte, wie mongolischem Kehlkopfgesang und Musik für Pferdekopfgeige und Wölbbrettzither. Trotz der im Vergleich zu den Vorjahren etwas geringeren Auslastung von 83 Prozent ist Festivalintendant Rolf Beck mit dem Ergebnis zufrieden. Das SHMF 2013 mit dem Länderschwerpunkt Baltikum wird am 6. Juli eröffnet.

16. September: Im Standortstreit um die Windenergiemesse im Norden sind Vermittlungsgespräche gescheitert. Unmittelbar vor Beginn der Traditionsmesse in der nordfriesischen Kreisstadt wird der Misserfolg bekannt. Nun zeichnet sich ab, dass es 2014 zeitgleich in beiden Städten Windmessen geben wird. "Das ist kein guter Tag für die norddeutsche Zusammenarbeit", bekennt Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). In der Tat belastet der Standortkonflikt die Beziehungen zwischen den Nachbarländern. Die Regierung in Kiel legt eine Einigung über die Entsorgung Hamburger Hafenschlicks vor der Nordseeküste auf Eis.

5. Oktober: Nach 25 Jahren verkündet das ZDF das Aus für die Familienserie "Der Landarzt". An den Drehorten rund um Kappeln kann das keiner verstehen: Die Quoten sind schließlich gut, Hauptdarsteller Wayne Carpendale ein Werbeträger für die Region – wie die ganze Serie. Tourismusverbände fürchten Einbrüche, der Bürgermeister von Kappeln alias "Deekelsen" geht auf die Barrikaden. Er schreibt an Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig. Der möge mit dem ZDF-Intendanten das Unvorstellbare verhindern. Das ZDF bleibt dabei: Nach der Ausstrahlung der letzten Folgen 2013 ist Schluss, aus und vorbei.

14. Oktober: Zwei Tage vor dem 85. Geburtstag von Günter Grass wird in Lübeck das neu gestaltete Günter-Grass-Haus wiedereröffnet. Statt wie bisher nur über die Wechselwirkung zwischen Schreiben und Zeichnen, informiert das Haus jetzt über Leben und Werk des Literaturnobelpreisträgers insgesamt. Dank modernster Technik haben Besucher die Möglichkeit, den Ausstellungsrundgang nach ihren eigenen Wünschen zu gestalten. Die Umgestaltung des 2002 eröffneten Hauses war ein Geburtstagsgeschenk der Stadt Lübeck an den Literaturnobelpreisträger, der seit 1986 in der Nähe von Lübeck lebt. Er hatte sich öffentliche Jubelfeiern verbeten und sich stattdessen eine Würdigung seines Werkes gewünscht. Seinen 85. Geburtstag feiert Grass im kleinen Kreis. Um das Datum herum gibt es große Feierlichkeiten für den Literaturnobelpreisträger, unter anderem mit Altkanzler Gerhard Schröder (SPD). Im April hatte der Schriftsteller mit dem israelkritischen Gedicht "Was gesagt werden muss" starke Kontroversen ausgelöst. Einige frühere Anhänger gingen auf Distanz. Im Herbst veröffentlicht er den Gedichtband "Eintagsfliegen".

11. November: Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt bleibt "rot": SPD-Kandidatin Susanne Gaschke ist neue Oberbürgermeisterin. Die "Zeit"-Journalistin bezwingt den CDU-Rivalen Gert Meyer in der Stichwahl. Das Ergebnis fällt knapper aus als erwartet. Gaschke schafft 54,1 Prozent der Stimmen, Meyer 45,9 Prozent. Der Sieg der 45 Jahre alten Redakteurin der Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer traditionellen Hochburg ist für die SPD ein wichtiger Erfolg ein halbes Jahr vor den Kommunalwahlen. Die Neuwahl des Verwaltungschefs war erforderlich, weil Ex-Amtsinhaber Torsten Albig (SPD) Ministerpräsident wurde. Die Wahlbeteiligung betrug nur 31,9 Prozent.

27. November: Die "Gorch Fock" geht zwei Jahre nach dem Tod einer jungen Kadettin an Bord auf die erste Ausbildungsreise. Das Segelschulschiff der Deutschen Marine nimmt mit einer 150-köpfigen Besatzung Kurs auf Las Palmas. Ab Ende Januar sollen rund 220 Offizieranwärter in zwei Etappen ihre seemännische Basisausbildung an Bord erhalten. Nach dem tödlichen Sturz der Kadettin aus der Takelage wurde das Ausbildungskonzept überarbeitet. Zudem richtete die Marine einen Übungsmast an Land ein. Zuletzt gab es Aufregung um die "Gorch Fock", Baujahr 1958, weil ihre Reparatur deutlich teurer wurde als angenommen. Die Kosten beliefen sich auf fast zehn Millionen Euro.

30. November: Eigentlich will das Kieler Amtsgericht das Urteil verkünden. Doch am zehnten Verhandlungstag platzt der Missbrauchs-Prozess gegen einen Olympia-Schwimmtrainer. Das mutmaßliche Missbrauchsopfer, eine junge Schwimmerin, muss sich auf Antrag der Verteidigung nun einem Glaubwürdigkeits-Gutachten unterziehen. Der Fall muss deshalb 2013 komplett neu aufgerollt werden. Laut Anklage soll sich der Trainer von 2004 bis 2006 in 18 Fällen an der jungen Sportlerin vergangen haben. Er bestreitet das. Sie stellte 2009 Strafanzeige und ist auch Nebenklägerin. 2011 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. Zum Schutz der Privatsphäre der Betroffenen verhandelt das Gericht weitgehend nicht öffentlich.

12. Dezember: Aufatmen bei den rund 3000 Mitarbeitern der Provinzial Nordwest. Der Verkauf des öffentlich-rechtlichen Versicherers an die Allianz oder einen anderen privaten Konkurrenten ist endgültig vom Tisch. Der Vorstand des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein als Anteilseigner lehnt einen Verkauf ab. Während der Vorstand berät, demonstrieren vor dem Verbandssitz in Kiel-Mettenhof bei klirrender Kälte rund 2000 Beschäftigte. Im Landtag verkündet SPD-Fraktionschef Ralf Stegner als erster die Entscheidung. Jetzt wird eine Fusion der Provinzial Nordwest und der Provinz Rheinland angestrebt.

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