05.12.12

Urteil

Brutale Schläger zu langjähriger Haft verurteilt

51-Jähriger wird für einen harmlosen Satz erschlagen. Ein Mann überlebt nur, weil er den Schlägern Geld verspricht. Gericht verhängte hohe Haftstrafen.

Von Winfried Wagner
Foto: dpa
Urteil im Totschlag-Prozess erwartet
Einer der Angeklagten sitzt mit einer Fußfessel im Saal des Landgerichts Neubrandenburg

Neubrandenburg. In einem Prozess um zwei besonders brutale Gewalttaten mit einem Todesopfer und einem Schwerverletzten hat das Landgericht Neubrandenburg lange Haftstrafen gegen die Angeklagten verhängt. Der 27-jährige Haupttäter erhielt wegen Totschlags und Erpressung elfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe und wurde in eine Entziehungsanstalt eingewiesen. Sein 39 Jahre alter Komplize wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und Erpressung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. "Das war ganz übel, was da geschehen ist", sagte Richter Klaus Kabisch.

Das bereits einschlägig vorbestrafte Duo war zur Tatzeit in der Bewährungsphase. Im März misshandelten, quälten und demütigten sie einen Mann in einer Wohnung in Neubrandenburg so schwer, dass der Mann mehrere Schädelbrüche davontrug und nur ganz knapp am Leben blieb. Am 5. Mai wurde ein 51-Jähriger vor allem von dem Jüngeren dermaßen mit Schlägen und Tritten traktiert, dass er an den Folgen starb. Die Polizei fasste die Männer, die mit dem Opfer und zwei Frauen gemeinsam getrunken hatten, kurze Zeit später. Der 27-Jährige hatte vor Gericht gestanden, sein Komplize geschwiegen.

"Das Motiv für den Totschlag war Eifersucht", erklärte der Richter. Aus völlig nichtigem Anlass, wie Nebenkläger Guido Pauly erklärte. Der 51-Jährige hatte zu der 17-jährigen Freundin des Haupttäters gesagt: "Schön, wenn Du immer in meiner Nähe wärst." Der

27-Jährige wertete das als "Anbaggern", schlug und trat wahllos zu. Später wurde der 51-Jährige in die nahe gelegenen Wallanlagen der Stadt gebracht und dort weiter mit Tritten traktiert. Der Mann verblutete.

Diese Bluttat ähnelte in großen Teilen der im März. Damals war ein 42-Jähriger in eine Falle gelockt worden, weil er angeblich eine Bekannte vergewaltigt haben sollte. Der Mann musste sich ausziehen, wurde brutal geschlagen und musste vor den Gewalttätern wie ein Hund durch die Wohnung krabbeln. "Der Geschädigte hatte schon mit seinem Leben abgeschlossen", erklärte Richter. Erst als die Schläger hofften, dass das Opfer ihnen noch 750 Euro bringt, ließen sie es frei: Der Mann flüchtete nackt bei null Grad durch die Stadt und leidet noch immer an den Folgen der Bluttat.

Mit dem Urteil blieb die Kammer unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die 15 und 8 Jahre Haft für die Männer gefordert hatte, aber über den Forderungen der Verteidigung. Der verurteilte arbeitslose 27-Jährige ist alkohol- und drogensüchtig und scheint unbelehrbar: In einem vor wenigen Tagen an seine Freundin geschickten Brief, der beschlagnahmt und vor Gericht verlesen wurde, bedrohte er einen weiteren Mann, weil der seine Freundin "angebaggert" haben soll.

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