04.12.12

Bremen/Bremerhaven

Offshore-Terminal und Hafentunnel: Finanzierung steht

Der Bremer Senat hat beschlossen, das 180 Millionen Euro teure Offshore-Terminal aus eigener Kraft zu finanzieren. Weg frei für Hafentunnel.

Foto: dpa
Bremen will sein Offshore-Terminal selbst finanzieren
Bremen will sein Offshore-Terminal selbst finanzieren

Bremen/Bremerhaven. Der Bremer Senat hat der Finanzierung von zwei Großprojekten für Bremerhaven am Dienstag zugestimmt. Die Senatoren entschieden, den Offshore-Terminal (OTB) nach dem Scheitern eines Investorenmodells aus eigener Kraft zu stemmen. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) sprach von der zentralen Infrastrukturentscheidung dieser Legislaturperiode. Die Gesamtkosten sollen 180 Millionen Euro betragen und über fünf Jahre aus dem Haushalt finanziert werden.

Außerdem stimmte der Senat der Finanzierung des gut 200 Millionen Euro teuren Hafentunnels zu, mit dem die Containerterminals besser an die Autobahn angebunden werden sollen. Den größten Teil der Kosten für den 1070 Meter langen Tunnel trage mit 120 Millionen Euro der Bund. Jeweils etwas mehr als 29 Millionen Euro stellt das Land für Planung und Bau bereit. Bremerhaven steuert gut 7 Millionen Euro bei, der Anteil der Hafenwirtschaft beträgt 15 Millionen Euro. Baubeginn soll im Frühjahr 2013 sein. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) freute sich über beide Entscheidungen: "Damit hat das Land Bremen sich zum Stellenwert des Wirtschaftsstandortes Bremerhaven bekannt."

Neue Schulden will Bremen für den Bau des Terminals, über den Bauteile für Hochsee-Windenergieanlagen verladen werden sollen, nicht machen. Der größte Posten soll mit gut 75 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Hafen kommen. "Früher wurden für große Hafeninvestitionen Kredite außerhalb des Haushalts aufgenommen, solche Schattenhaushalte gehören der Vergangenheit an", betonte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne).

Nach einem Gutachten der Prognos AG zum OTB hat Bremerhaven im Wettbewerb der Standorte Vorteile. Bis zum Jahr 2040 gibt es danach zwischen 8100 und 14 500 zusätzliche Beschäftigte. Wenn der Terminal nicht gebaut werden würde, wären Neuansiedlungen nicht mehr möglich. Die Zahl der Arbeitsplätze würde sich deutlich reduzieren. "All dies bekräftigt uns darin, den OTB zu bauen", sagte Wirtschaftssenator Marin Günthner (SPD).

Aus der CDU war bereits vor der Entscheidung Kritik gekommen. Die Finanzierung enthalte zu viele Risiken, meinte der Abgeordnete und Landesvorsitzende Jörg Kastendiek. Vor allem die kalkulierten Einnahmen aus Erträgen bremischer Gesellschaften seien unsicher.

(dpa/abendblatt.de)
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