Klinikum Bremen-Mitte Keime auf Intensivstation in Bremer Klinik gefunden

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Nach dem Fund der tödlichen Keime auf der Frühchen-Station wurden nun auch Krankheitserreger auf der Intensivstation nachgewiesen.

Bremen. Auf der Intensivstation des Klinikums Bremen-Mitte sind Krankenhauskeime gefunden worden. Sie seien bei 25 Patienten, 19 Mitarbeitern und einem Angehörigen nachgewiesen worden, sagte der Sprecher des Klinikverbundes Gesundheit Nord, Daniel Goerke, am Freitag. Mehrere Medien berichteten über den Fall. Das Gesundheitsamt sei frühzeitig informiert worden. "Das ist keine normale, aber auch keine gefährliche Situation." Die Nachweise seien der Beweis dafür, dass Konsequenzen greifen, die nach dem tödlichen Keimausbruch auf der Frühchen-Intensivstation gezogen wurden.

Die Patienten wurden isoliert, die Mitarbeiter dürften erst wieder arbeiten, wenn die Keime bei ihnen nicht mehr nachgewiesen werden. Nach Goerkes Angaben lässt sich das mit einfachen Mitteln wie speziellen Waschlotionen erreichen. Multiresistente Krankenhauskeime sind vor allem für Patienten mit schweren Erkrankungen gefährlich. Bisher habe das Auftreten auf der Intensivstation aber keine schwerwiegenden Folgen für die Patienten gehabt.

Die CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft forderte einen Sonderbericht über den Fund der Keime. Der Abgeordnete Rainer Bensch kritisierte das Gesundheitsressort wegen mangelhafter Weitergabe von Informationen. Wie schon bei den Todesfällen auf der Frühchen-Station des Klinikums hätten die Abgeordneten und der Untersuchungsausschuss erst aus der Zeitung von dem aktuellen Vorfall erfahren. Dass Informationen zum aktuellen Keimfund vier Wochen lang zurückgehalten wurden, sei völlig inakzeptabel, sagte der Gesundheitsexperte der CDU-Fraktion.

Am Montag will der Parlamentarische Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft seinen Abschlussbericht zu dem Keimausbruch auf der Frühchen-Intensivstation vorlegen. Experten hatten Versäumnisse bei der Klinik und der Behörde ausgemacht. Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hatte eine persönliche Verantwortung zurückgewiesen. Sie hat in dieser Woche ihren Rücktritt angekündigt, allerdings wegen Auseinandersetzungen um die Schulpolitik, die sie auch verantwortet.