21.11.12

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Erste SPD-Wahlplakate in Hannover sorgen für Ärger

Niedersachsens SPD hat sich mit verfrühtem Wahlkampf für Ärger bei anderen Parteien gesorgt. Plakate sollen wieder abgehängt werden.

Foto: dpa
Wahlplakate in Niedersachsen
Wahlplakate von Stephan Weil, SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2013 in Niedersachsen, hängen bereits an einer Straße in Hannover (Niedersachsen)

Hannover. Gegen den Willen ihres Spitzenkandidaten Stephan Weil haben eifrige SPD-Wahlkämpfer in Hannover erste Wahlplakate aufgehängt. Er sei "völlig verdattert" gewesen, als er sich auf einmal selbst auf Plakaten gesehen habe, sagte Weil am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Andere Parteien reagierten verärgert und warfen der SPD vor, sich nicht an Absprachen zu halten: Es sei vereinbart worden, erst nach Weihnachten zu plakatieren. Weil pfiff seine Ortsverbände daraufhin zurück und bat sie, die Plakate wieder abzuhängen. "Ich bin nicht ganz sicher, ob wir ausreichend kommuniziert haben, wie die Linie ist", erklärte der SPD-Chef.

Beim SPD-Ortsverein Hannover Oststadt-Zoo wusste man allerdings nach den Worten des Vorsitzenden Dieter Böversen nichts von Absprachen. "Ich habe lange nachgefragt", sagte er. "Ich finde es selbst nicht schön, in der Weihnachtszeit zu plakatieren." Aus der SPD-Zentrale sei schriftlich mitgeteilt worden, dass die Ortsvereine selbst entscheiden, wann sie die Plakate aufhängen. Direkt vor der CDU-Zentrale im Zooviertel lächelte noch am Mittwochabend ein Bild der SPD-Kandidatin Doris Schröder-Köpf die Wähler an. "Ob die Plakate hängen bleiben oder nicht, das entscheiden die Kandidaten", sagte Böversen.

Aus Sicht der CDU wollte die SPD-Landesgeschäftsführung den Frühstart allerdings. "Wenn Weil sagt, er wolle keinen Straßenwahlkampf vor Weihnachten, seine Landesgeschäftsstelle genau das aber organisiert, hat der SPD-Landesvorsitzende seinen Laden nicht im Griff oder hat die Öffentlichkeit falsch über seine Wahlkampfpläne informiert", sagte CDU-Generalsekretär Ulf Thiele.

Nachziehen und selbst Wahlwerbung aufhängen will die CDU nicht. "Wir wissen, dass die Menschen in der Vorweihnachtszeit nicht mit dem Wahlkampf belästigt werden wollen", sagte ein Sprecher. Ähnlich hatte Stephan Weil sich bereits vergangene Woche geäußert und wiederholte am Mittwoch: "Ich glaube in der Tat nicht, dass wir weder den Bürgern noch uns eine Freude machen, wenn wir in der Vorweihnachtszeit schon alle die Plakate rausstellen." Auch Kirchenvertreter mahnten, die besinnliche Advents- und Weihnachtszeit nicht zu politisieren.

Die Linke setzt dagegen ganz offiziell auf den Advents-Wahlkampf. "Die Botschaft der Weihnachtsgeschichte ist die von Hoffnung und Gerechtigkeit", erklärte Landeswahlkampfleiter Jörn Jan Leidecker. "Wann, wenn nicht in der Adventszeit, können politische Parteien daran erinnern?"

(abendblatt.de/dpa)
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