15.11.12

Studie erwartet

Politische DDR-Häftlinge für Ikea-Produktion?

Ikea ließ in der DDR Möbel herstellen. Wusste das Unternehmen, wer schraubte und leimte? Frühere DDR-Häftlinge sprechen von Zwangsarbeit.

Foto: dapd
Zeitung: Schwedischer Moebelkonzern informiert ueber Zwangsarbeit
Ein Warenhaus des schwedischen Möbelherstellers Ikea (Symbolbild)

Berlin. Nun soll Licht in das dunkle Kapitel kommen. Die Möbelkette Ikea will an diesem Freitag in Berlin eine Studie zum möglichen Einsatz von politischen Häftlingen in DDR-Betrieben vorstellen. Bereits am Donnerstag gab es Kritik, dass die Untersuchung von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young erstellt wurde. Zu der Präsentation wird neben Vertretern von Opferverbänden auch der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, erwartet.

"Dass eine Unternehmensberatung das gemacht hat, halte ich für absurd", sagte der Leiter des SED-Forschungsverbundes an der Freien Universität Berlin, Klaus Schroeder, der "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstag). Auch der Leiter der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hatte eine "firmengesteuerte Aufklärung" moniert und eine externe Untersuchung angeregt.

Das Möbelhaus mit schwedischen Wurzeln geht seit Juni dem Vorwurf früherer DDR-Häftlinge nach, sie hätten in Zwangsarbeit Ikea-Möbel herstellen müssen. Opferverbände hatten dem Unternehmen vorgeschlagen, gemeinsam die Zwangsarbeit in DDR-Haft zu erforschen. Zunächst gab es eine Absage an die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), dann nach Beschwerden und Unmut aber eine Entschuldigung und Korrektur.

Nach einem WDR-Bericht vom Vorjahr war für Ikea im sächsischen Gefängnis Waldheim ein Sofa produziert worden. Nach Ansicht des SED-Forschungsverbundes stehen auch andere westliche Firmen in der Verantwortung. Demnach hätten politische Häftlinge für den Westen beispielsweise in Bautzen Kühlschränke und Waschmaschinen oder im Frauengefängnis Hoheneck Bettwäsche produziert.

Die FDP-Bundestagsfraktion kündigte am Donnerstag eine öffentliche Anhörung zu Zwangsarbeit im DDR-Strafvollzug am 30. November an. Eine umfassende Aufarbeitung dieses Kapitels gebe es bislang nicht, hieß es.

Nach Angaben der Vereinigung 17. Juni 1953 will Ikea Opfer-Vetretern, die zur Vorstellung der Studie in die Hauptstadt kommen, die Übernachtungskosten zahlen. Man habe sich eher eine eindrucksvolle Form der Entschädigung und damit eine Anerkennung der Zwangsarbeit-Folgen vorgestellt, teilte der Opferverein mit.

Jutta Schütz
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