15.11.12

Landgericht Aurich

Urteil im Mordfall Lena aus Emden ist rechtskräftig

Gericht hatte 19-Jährigen wegen Mordes, versuchten sexuellen Missbrauchs und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen.

Foto: dpa
Prozess im Mordfall Lena
Der wegen Mordes an der elfjährigen Lena aus Emden angeklagte D. H. im Gerichtssaal des Landgerichtes Aurich, neben ihm steht sein Verteidiger Rainer Nitschke (Archivbild)

Aurich. Das Urteil im Prozess um den Mord an der elfjährigen Lena aus Emden ist rechtskräftig. Das teilte das Landgericht Aurich am Donnerstag mit. Das Gericht hatte am vergangenen Mittwoch einen 19-Jährigen wegen Mordes, versuchten sexuellen Missbrauchs und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen. Er muss auf unbestimmte Zeit in eine Psychiatrie. Das Gericht hielt ihn wegen einer schweren Persönlichkeitsstörung für eingeschränkt schuldfähig. Das Verbrechen vom 24. März und Polizeipannen sowie die vorübergehende Festnahme eines Unschuldigen hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Mord an elfjähriger Lena - die Chronologie
Mord an elfjähriger Lena - die Chronologie
Sonnabend, gegen 17.00 Uhr: Das Mädchen und ein gleichaltriger Freund brechen zu Hause mit ihren Fahrrädern auf. Sie wollen Enten füttern in den Emder Wallanlagen.
Sonnabend 17.30 bis 19.00 Uhr: Die Kinder halten sich im Bereich des Parkhauses neben einem Kino auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Junge während des Verbrechens nicht dabei war. Er läuft nach Hause und informiert seine Mutter, dass er seine Freundin verloren hat. Diese verständigt die Eltern des Mädchens. Bei der Suche im Parkhaus entdeckt ein Wachmann die Leiche.
Sonnabend, 19.30 Uhr: Die Polizei wird alarmiert und untersucht den Tatort. Das tote Mädchen wird zur Obduktion in die Gerichtsmedizin nach Oldenburg gebracht. Die Polizeiinspektion Leer/Emden richtet die Mordkommission "Parkhaus" mit 40 Beamten ein.
Sonntag, 17.46 Uhr: Die Polizei verbreitet eine erste Pressemitteilung über das Verbrechen.
Montag, 18.00 Uhr: Rund 1500 überwiegend junge Menschen treffen sich nach Aufrufen im Internet auf dem Emder Bahnhofsvorplatz zu einer Schweigeminute. Anschließend legen sie Blumen vor dem Parkhaus nieder und zünden Kerzen an.
Dienstag, gegen 19.00 Uhr: Die Polizei nimmt einen 17 Jahre alten Emder in der Wohnung seines Vaters fest. Noch am selben Abend wird er vernommen – der junge Mann legt kein Geständnis ab.
Mittwoch, gegen 18.45 Uhr: Das Amtsgericht Emden erlässt Haftbefehl gegen den Berufsschüler.
Donnerstag, 12.00 Uhr: Die Ermittler informieren auf einer Pressekonferenz über den bisherigen Ermittlungsstand.
dpa
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