Mecklenburg-Vorpommern Tourismusbranche zieht durchwachsene Bilanz 2012

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Regnerischer Sommer hat Hotels und Campingplätzen weniger Gäste gebracht. Acht Prozent weniger Übernachtungen im Juli 2012 als im Vorjahr.

Golchen. Nach dem zweiten verregneten Sommer in Folge blickt die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns erneut auf eine eher durchwachsene Saison zurück. Allein im Juli wurden rund 400 000 oder gut acht Prozent weniger Übernachtungen gezählt als im ebenfalls nassen und kühlen Juli 2011. Für das Gesamtjahr 2012 hatte der Landestourismusverband dennoch bisher auf 28 Millionen Übernachtungen und damit das zweitbeste Ergebnis seit 1990 gehofft.

"Im Binnenland müssen Strukturen verbessert werden", sagte Verbandssprecher Tobias Woitendorf im Vorfeld des Landestourismustages, der heute in Golchen bei Schwerin stattfindet. Abseits der Ostseeküste gebe es noch enormes Entwicklungspotential im Gastgewerbe. Der Fokus dabei liege auf höherer Qualität und nicht auf einem Ausbau der Bettenkapazität, betonte der Sprecher.

Angebote für den Urlaub auf dem Lande sollten besser vernetzt und gemeinsam beworben werden, erklärte Woitendorf. Bisher werde erst jede vierte Touristenübernachtung in küstenfernen Regionen des Nordostens gebucht. Wachstumsregionen dabei seien vor allem die Seenplatte und die Mecklenburgische Schweiz.

Laut dem Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr der Universität München (dwif) geht der Anteil der Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern gemessen am Deutschlandtourismus seit Jahren zurück. Zuletzt habe er nur noch sieben Prozent betragen, hieß es.