Mecklenburg-Vorpommern Protest gegen Flüchtlingslager in Horst

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Gegner des Lagers im Dorf Horst wollen am Sonntag demonstrieren. Kritik an abgeschiedener Lage. Auch Gruppen aus Hamburg erwartet.

Nostorf-Horst. Für die Abschaffung des Erstaufnahmelagers für Flüchtlinge wollen Kritiker am Sonntag in Nostorf-Horst im Landkreis Ludwigslust-Parchim demonstrieren. Sie verurteilen vor allem die abgeschiedene Lage des Lagers, in dem die Asylbewerber von fast jeder Infrastruktur abgeschnitten seien, teilte die Kampagne "Stop it! Rassismus bekämpfen, alle Lager abschaffen" am Freitag mit. Zu dem Protest werden antirassistische Gruppen aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Berlin erwartet.

Seit 2006 werden auch der Stadt Hamburg zugewiesene Asylbewerber in Horst untergebracht. Der Vertrag mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern über 200 Plätze, die für Hamburg vorgehalten werden, wurde erst am Donnerstag bis 2017 verlängert. Die antirassistischen Gruppen fordern, in Hamburg neuankommende Flüchtlinge in Wohnungen einzuquartieren und in Mecklenburg-Vorpommern eine Erstaufnahmestelle in einer größeren Stadt zu schaffen. Vor zwei Jahren waren Flüchtlinge in Horst wegen angeblich schlechter Bedingungen in den Hungerstreik getreten, unter anderem bemängelten sie damals die ungenügende medizinische Versorgung.

Die Lager-Gegner werfen der Politik vor, mit Lagern wie Horst für gewollte Isolation, Ausgrenzung und Diskriminierung von Flüchtlingen zu sorgen.