Meeresforschung Einzigartiges Roboter-Testbecken entsteht in Bremen

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Die Roboter sollen beim Bau von Pipelines helfen, die Fundamente von Offshore-Windparks warten oder in der Tiefsee nach Rohstoffen schürfen.

Bremen. Roboter sollen beim Bau von Pipelines helfen, die Fundamente von Offshore-Windparks warten oder in der Tiefsee nach Rohstoffen schürfen. Forscher können die intelligenten Systeme künftig in Bremen in einem 480 Quadratmeter großen Salzwasserbecken für den Einsatz unter Wasser testen. Bisher ist das nur mit Einzelteilen möglich, weil es in Deutschland kein Testbecken dieser Größe gibt.

Am Donnerstag legte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) den Grundstein für das neue Laborgebäude. Es soll Ende 2013 fertig sein. In dem acht Meter tiefen Bassin werden die Wissenschaftler Strömungen, Wassertrübungen und verschiedene Salzgehalte simulieren können.

Damit wollen sie testen, ob beispielsweise das Echolot und die Kamerasysteme mit den jeweiligen Bedingungen unter Wasser klar kommen. "Es ist ein Unterschied, ob ich in der Nordsee oder in der Südsee arbeite", sagte der Bremer DFKI-Leiter Frank Kirchner.

An dem Standort gibt es bereits zwei kleine Tauchbecken. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten können die Experten bisher aber nur in Seen ausprobieren – wo aber keine Laborbedingungen herrschen. Außerdem weiß niemand genau, wie die intelligenten Roboter reagieren. "Da kann alles Mögliche passieren", sagte Kirchner. So besteht immer die Gefahr, dass die teure Technik am Ende auf dem Boden des Sees endet.

Seit zwei Jahren kann mit Robotern beim DFKI in Bremen bereits in einer künstlichen Mondlandschaft für ihren Einsatz im All trainiert werden. Die Wissenschaftler testen sie in der fast 300 Quadratmeter großen Halle auf steilen Abhängen, sandigen Böden oder Geröll.