Mecklenburg-Vorpommern Palliativversorgung zu Hause bald flächendeckend

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Zu Hause sterben ohne Schmerzen – das wünschen die meisten Schwerstkranken. Allein, die flächendeckende Umsetzung in MV dauert.

Schwerin. Schwerstkranken Menschen im Nordosten, die zu Hause sterben wollen, soll noch in diesem Jahr ein flächendeckendes Netz speziell ausgebildeter Ärzte, Pfleger und Therapeuten zur Verfügung stehen. Landesweit arbeiten bereits zehn Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in zehn Versorgungsregionen. Das teilten Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung am Dienstag gemeinsam in Schwerin mit.

Anfang November soll ein weiteres Team im Landkreis Rostock dazukommen, bis Jahresende eines in Nordwestmecklenburg. Damit gebe es in Mecklenburg-Vorpommern eine flächendeckende spezialisierte palliativmedizinische Versorgung, hieß es. Versicherte haben den Angaben zufolge seit 2008 einen Anspruch auf diese Leistung.

Ob das Angebot im Nordosten den Bedarf abdecken kann, ist allerdings offen. So ist das Versorgungsteam für den Landkreis Ludwigslust-Parchim, das in Wöbbelin bei Ludwigslust ansässig ist, nur in einem Umkreis von 25 bis 30 Kilometern aktiv, wie eine Mitarbeiterin sagte. Von einem 30-Kilometer-Aktionsradius gehen auch Wissenschaftler aus. Jörg Fiedler von der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz & Palliativmedizin Mecklenburg-Vorpommern sagte, seiner Meinung nach gebe es noch weiße Flecken auf der Versorgungslandkarte. Von Wöbbelin bis nach Plau am See sind es beispielsweise 55 Kilometer, nach Boizenburg am anderen Ende des Landkreises mehr als 60.

Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung empfehlen Familien, die die ambulante Palliativversorgung nutzen möchten, sich an ihren Hausarzt zu wenden. Dieser stelle die entsprechende Verordnung aus. Für die psychosoziale Betreuung bestünden Kooperationsvereinbarungen mit ambulanten Hospizdiensten der jeweiligen Region.