Leserfrage

Was tun bei einer hellhörigen Wohnung?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: Ich wohne unter einer Wohnung, aus der ich alles höre: von der Spülung des WC bis hin zu etwaigen Gesprächen. Zum Schlafen komme ich erst, wenn auch über mir Ruhe eingekehrt ist. Was kann ich baulich machen, um wenigstens meine Schlafzimmerdecke zu dämmen?

Die Expertin: Raumakustik ist ein komplexes Thema. Die Wege des Schalls sind vielfältig und im Altbau oft sehr schwer nachzuvollziehen. Bei der Schallübertragung wird zwischen Raum- und Körperschall unterschieden. Bei Ersterem helfen massehaltige oder mehrschichtige Bauteilaufbauten, beim Körperschall kommt es auf die Entkopplung der Bauteile an. Nach Rücksprache mit Fachleuten könnte eine unterseitig federnd abgehängte Gipskartondecke das Schalldämmmaß Ihrer Decke vielleicht verbessern, sofern keine statisch-kons­truktiven Einwände dagegensprechen. Die federnden Abhänger, an denen eine Konstruktion aus leichten Blechprofilen befestigt wird, verhindern eine direkte Schallübertragung. Der untere Abschluss kann aus einer Gipskartonplatte bestehen. Zusätzlich wird eine Dämmwolle eingebracht. Das alles mindert jedoch die Raumhöhe um mindestens sechs Zentimeter. Vorher sollten Sie rechtssicher klären, ob Sie zu dieser Baumaßnahme berechtigt sind. Außerdem sollte Ihnen ein Fachmann sagen, ob diese Maßnahme wirklich hilfreich ist.

Expertin: Nicola Beck, Leiterin des Energie-
Bau-Zentrums Hamburg, www.elbcampus.deZusendung von Fragen an:wohnen.leben@abendblatt.de

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.