Immobilien

Wer zahlt Schäden im Garten durch Gerüst?

Die Frage:Ich bin Eigentümer einer im Parterre gelegenen Wohnung mit sogenannter Sondernutzung "Garten". Die Häuser unserer Wohnanlage sollen gereinigt und gestrichen werden, wozu das Aufstellen eines Gerüstes erforderlich ist. Dies wird zwangsläufig dazu führen, dass es zu Schäden meiner Gartenbepflanzung kommen wird. Die Verwaltung teilte mir mit, dass ich in diesem Fall selbst für eine Neubepflanzung aufzukommen habe. Ist dies so korrekt, oder ist hierfür nicht auch die WEG als Gemeinschaft verantwortlich oder die ausführenden Firmen wie der Gerüstbauer?

Der Experte: Sie sind nicht verpflichtet, Schäden, die durch Instandsetzungsarbeiten in Ihrem Garten entstehen, auf eigene Kosten wiederherzustellen. In Paragraf 14 Nr. 4. WEG ist davon die Rede, dass ein Wohnungseigentümer einen Schadensersatzanspruch gegen die Gemeinschaft hat, wenn es bei solchen Maßnahmen zu Schäden kommt. Dies gilt auch für Sondernutzungsberechtigte, also für Eigentümer, denen in der Teilungserklärung das Recht zugesprochen worden ist, einen Teil des Gemeinschaftseigentums nutzen zu dürfen. Ihrer Duldungspflicht steht damit ein Aufopferungsanspruch gegenüber: Die Gemeinschaft muss Ihnen Schäden an Ihren Pflanzen ersetzen, wenn diese etwa durch das Gerüst oder das Begehen durch Handwerker entstanden sind. Sollten die Handwerker darüber hinaus mutwillig Schäden verursachen, so stünde der Gemeinschaft ein unmittelbarer Schadenersatzanspruch gegen diese zu.

Experte: Rechtsanwalt Peter Ando Lindemann; (www.rathausmarkt-5.de).Zusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.