Immobilien

Ist der Zuschlag für die Treppe berechtigt?

Die Frage:Handelt es sich um eine Wertverbesserung, wenn eine über 30 Jahre lang währende Teleskop-Schiebetreppe zum Dachboden durch eine einfache Treppe zum Klappen (schwierig) ausgetauscht wird? Für mich als Mieterin ist dies nicht der Fall.

Die Expertin: Ob es sich bei baulichen Maßnahmen um eine Modernisierungsmaßnahme handelt – die bei ordentlicher Ankündigung geduldet und für die vom Mieter ein Wertverbesserungszuschlag verlangt werden kann –, regelt § 555b BGB. Konkret ist zu klären, ob der Austausch der Dachbodentreppe entweder den Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöht (§ 555b Ziff. 4. BGB) oder ob die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessert wurden (§ 555b Ziff. 5. BGB). Beides dürfte nicht zutreffen, wenn die neue Treppe schlechter zu handhaben ist und auch keine Platzersparnis bringt. Nach § 555b Ziff. 6. BGB zählt allerdings auch eine Maßnahme, die aufgrund von Behördenvorgaben durchzuführen ist, zur Modernisierung. In diesem Fall müsste die alte Treppe baupolizeilich verboten worden sein, wovon ich aber nicht ausgehe. Deshalb dürfte weder die Pflicht zur Duldung noch zur Zahlung eines Zuschlags bestehen.

Wenn die alte Treppe kaputt war, muss der Vermieter sie reparieren oder austauschen, ohne jedoch den Mieter dabei in irgendeiner Form zu belasten.

Expertin ist Sylvia SonnemannGeschäftsführerin Mieter helfen Mietern(www.mhmhamburg.de)Zusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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