Leserfrage

Bauschutt – Kann ich die Miete mindern?

An dieser Stelle geben Experten kostenlos Rat

Die Frage: Mein Vermieter hat Wohnungen unter der meinen renoviert und dabei Wände durchbrechen lassen. Dabei entstand viel Staub, der sich nicht nur über das Treppenhaus, sondern auch in meine Wohnung "ergoss". Ich litt dadurch unter Husten und Kopfschmerzen. Nichts war ordnungsgemäß abgedichtet, das Treppenhaus erwies sich als Gefahrenzone. Habe ich ein Recht, die Miete zu mindern?

Der Experte: Der Vermieter muss Sorge dafür tragen, dass die Beeinträchtigungen anderer Mietparteien im Haus durch solche Maßnahmen möglichst gering ausfallen. Aus diesem Grunde ist er verpflichtet, alles zu unternehmen, um die Verschmutzung des Treppenhauses und der benachbarten Wohnungen auszuschließen. Wo dies nicht möglich ist, müssen die Verschmutzungen an Möbeln, Vorhängen und Teppichen notfalls mithilfe eines Fachunternehmens entfernt werden. In Extremfällen dürfen Mieter sogar die zuständige bezirkliche Ordnungsbehörde einschalten, um die Baumaßnahme so lange stilllegen zu lassen, bis die erforderlichen Schutzvorkehrungen vorgenommen werden. Ist davon auszugehen, dass dem Vermieter die durch die Maßnahme verursachte Wohnwertbeeinträchtigung bekannt war, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, für den fraglichen Zeitraum auch im Nachhinein eine Mietminderung geltend zu machen.

Experte: Siegmund Chychla,
Vorsitzender des Mietvereins zu Hamburg(www.mieterverein-hamburg.de)Zusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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