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Verursacht Dämmung Schimmel an Wänden?

Die Frage:Uns wurde geraten, die Außenwände zu dämmen, um Bauschäden beziehungsweise Schimmelbildung zu verhindern. Tritt Schimmel nicht gerade in Zusammenhang mit Dämmmaßnahmen auf?

Antwort der Expertin: Durch Dämmmaßnahmen wird das Gebäude insgesamt dichter, sodass Feuchtigkeit nicht mehr automatisch durch Undichtigkeiten an der Gebäudehülle abgeführt wird. Ob Schimmel entsteht oder nicht, hängt aber von der relativen Luftfeuchtigkeit und Temperatur in den Räumen ab. Im Winter sollte die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Die Dämmung der Wände führt zu einer höheren Oberflächentemperatur der Wandinnenseite. Daher ist die Annahme falsch, dass Dämmung Schimmelbildung begünstigt. Es gibt sogar in manchen Altbauten konstruktionsbedingt so extreme Wärmebrücken, dass Schimmelbildung nur mit entsprechender Dämmung verhindert werden kann. Da ein Gebäude auch aus anderen Gründen als Feuchtigkeitsabfuhr gelüftet werden muss – auch wegen der Schadstoff- und CO2-Abfuhr –, ist unbedingt zur Abdichtung der Wände zu raten. Für eine ausreichende Lüftung sollte in Erwägung gezogen werden, lüftungstechnische Maßnahmen mit einzuplanen. Es gibt hier sehr unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, über die wir gern kostenlos informieren.

Expertin: Nicola Beck, Leiterin desEnergieBauZentrums HamburgKontakt: www.energiebauzentrum.deZusendung von Fragen an:Wohnen.leben@abendblatt.de

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