10.01.13

Retrolook ersetzt Landhausstil

Im Vorfeld der Messen sagen Einrichtungsexperten und Bauträger, wie Menschen wohnen wollen

Von Anette Bethune

Welche neuen Wohntrends wird das neue Jahr bringen: wird sich die Lebensphilosophie "weniger ist mehr", meist zu erkennen an einem puristischen Wohnstil, verstärkt in deutschen Wohnzimmern widerspiegeln? Oder ist mit einer Rückbesinnung auf die gute alte Zeit zu rechnen, wie von einigen Branchenkennern vorausgesagt? Antworten auf diese Fragen wird sicherlich auch die Möbelmesse imm cologne beantworten, die vom 14. bis 20. Januar in Köln stattfindet. Hier werden die neuen internationalen Möbel- und Einrichtungstrends von 1200 Unternehmen aus 50 Ländern präsentiert.

Bereits von diesem Sonnabend an stellen bis zum 15. Januar rund 1400 Aussteller aus mehr als 60 Nationen in Hannover auf der Domotex Neuerungen und Kreationen in der Welt der Bodenbeläge vor.

So groß die Neugier und Vorfreude auf diese beiden wichtigen Messen auch sein mag, schon jetzt lässt sich nach Ansicht der Experten von Europas größtem Wohnmagazin "Schöner Wohnen" ein stilgebender Trend voraussagen: der Landhausstil oder Retro-Look wird sich weiterhin in vielen Produkten und Einrichtungsideen spiegeln. Dazu Kirstin Olech: "Wir können zwar nicht in die Glaskugeln schauen, aber wir sind viel unterwegs, besuchen Messen und sprechen mit Designern und Herstellern. Und danach lässt sich voraussagen: Stilelemente aus den 50er- und 60er- Jahren werden weiter neu interpretiert und den Einrichtungsmarkt prägen." Und dies nicht, weil den Designern von heute nichts mehr Neues einfalle, "sondern weil sie ganz lässig und unvoreingenommen mit Stilelementen aus früheren Zeiten umgehen und diese nicht als spießig oder uncool empfinden wie viele von uns, die in den 50ern oder 60ern aufgewachsen sind." Außerdem sei dieser Stil so vielfältig, dass er noch lange nicht ausgeschöpft sei. Olechs Fazit daher: "Retro ist das neue Landhaus."

Diese Einschätzungen spiegeln sich auch in der neuen "Schöner Wohnen"-Kollektion wieder, die zwischen vier Wohntrends unterscheidet: New Simplicity - der Sehnsucht nach Natur, Private Glam - dem Mut zur Romantik, Classic Reloaded - der Rückkehr zur Klassik und Bohemian Rhapsody - der Macht der Avantgarde. Unter Letzterer ist beispielsweise der Wunsch zu verstehen, Nachlässigkeit gekonnt zu inszenieren. Dabei wird auf heruntergekommene Lagerräume in vielen Stadtvierteln von Kopenhagen bis New York verwiesen, die von ihren neuen Nutzern längst zu Hotspots im Shabby Chic umgewandelt worden sind. Wer diesen Stil aufgreifen möchte, kann in der Kollektion von "Schöner Wohnen" auf kühle Farben (Frozen, Jade und Mandarino), helle Holz- und Laminatböden und einem bunten Mustermix an Stoffen und Tapeten zurückgreifen. Wer dagegen eher eine Vorliebe für die romantische Note hat, wird auf Farben, Stoffe, Tapeten und Teppiche aus Seide, Spitzen, Blüten sowie Pink und Rot verwiesen.

Nach Beobachtungen von Martin Greppmair, Vertriebskoordinator der Euro Grundinvest - das Unternehmen vermarktet Immobilien vor allem im Münchner Raum - sind die Zeiten von sterilen Wohnungseinrichtungen im kühlen Industrie-Look vorbei. Stattdessen hielten Erinnerungen und persönliche Präferenzen zunehmend in den vier Wänden Einzug. "Die Menschen sehnen sich nach einem Ruhepol im eigenen Heim", so Greppmair.

Und sie legen viel Wert auf Tageslicht. "Daher sind große Fensterfronten im Wohn- und Essbereich, aber auch im Bad ein Muss. Letzteres sollte darüber hinaus mit bodengleichen Duschen und Doppel-Waschbecken ausgestattet sein", hat Christoph Kleiner, geschäftsführender Gesellschafter bei Hamburg Team, beobachtet. Das Unternehmen errichtet derzeit in Hamm mit den Hansaterrassen 138 Wohnungen. "An diesem Projekt kann man einen Bewusstseinswandel beobachten: Eher verzichten die Kunden auf das eigene Auto oder auf einen Stellplatz vor der Tür als auf eine hochwertige Ausstattung ihrer Wohnung." Ökologie nehme einen immer größeren Stellenwert ein, sagt der Vertriebsfachmann weiter.

So werden die Wohnungen in Hamm auf Wunsch im Paket mit einem Carsharing-Modell angeboten. "Das wird von Käufern gern angenommen", sagt Kleiner. Sie wünschten sich im Weiteren, dass in den Wohnungen nur schadstofffreie Materialien zur Anwendung kommen. "Und am Boden muss Parkett liegen, gern in Eiche." Die starke Verteuerung von Wohnraum in Hamburg spiegele sich auch in einer immer effizienteren Grundrissgestaltung wider, sagt Kleiner weiter. "Offenheit und eine großzügige Raumaufteilung muss man sich leisten können." Und dies sei bei vielen nicht der Fall. "Wer 3000 Euro pro Quadratmeter bezahlt, bewegt sich auf dem Hamburger Markt eher im unteren Preissegment."

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