Urteil zu Balkonpflanzen

Mieter haben das Recht, auf dem Balkon Blumenkästen oder Blumentöpfe aufzustellen oder zu befestigen. Die Kästen müssen aber so befestigt sein, dass sie auch bei starkem Wind nicht herabstürzen und Passanten oder Nachbarn gefährden können, so der Deutsche Mieterbund (DMB) in Berlin. Wichtig sei außerdem, dass Nachbarn durch die Balkonnutzung beziehungsweise Balkonbepflanzungen nicht gestört oder beeinträchtigt werden. Das Landgericht Berlin (Az.: 67 S 127/02) beispielsweise entschied, dass eine Mieterin ihre Bepflanzung so schneiden muss, dass diese nicht mehr über die Brüstung des Balkons herüberragen. Geklagt hatte der Vermieter, nachdem die Mieterin in ihren Blumenkästen stark wuchernden Knöterich gepflanzt hatte. Dadurch fielen auf die darunter liegende Terrasse eines anderen Mieters ständig Blüten und Blätter. Hierdurch, so das Landgericht Berlin, werde der Gebrauch der Terrasse der Nachbarn übermäßig beeinträchtigt und der Vermieter sei zum Einschreiten gezwungen. Befindet sich unter der Mieterwohnung ein weiterer Balkon oder eine Terrasse, müsse der obere Mieter darauf achten, dass der unten wohnende Mieter nicht gestört wird. Das sei zwangsläufig die Folge, so das Gericht, wenn abgestorbene Pflanzenbestandteile auf die unten liegende Terrasse fallen.