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Wochenbett, Kinderernährung und Vorsorgeuntersuchungen für den Nachwuchs

Foto: Hendrik Jonas

Welche Vorsorgeuntersuchungen sind in den ersten Wochen wichtig? Und wie bereite ich mich auf einen Notfall vor?

Wochenbett

Schon während der Schwangerschaft sollte man sich mit dem Thema Nachsorge beschäftigen, damit man auch tatsächlich eine Hebamme findet. Zu den Leistungen der Hebammenhilfe, die im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung im Wochenbett vorgesehen sind, gehört etwa die Betreuung bis zu einem Zeitraum von acht Wochen nach der Geburt (Infos: www.hebammen.info). Dabei beobachtet die Hebamme bei ihren Hausbesuchen etwa die Gewichtszunahme des Säuglings und berät die Mutter beim Stillen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für den täglichen Besuch einer Hebamme in den ersten zehn Lebenstagen des Kindes und für weitere 16 Termine bis zur vollendeten achten Lebenswoche – als Hausbesuch oder telefonische Beratung. Nicht jedem bekannt: Auch nach der achten Woche kann man bis zu acht weitere Hausbesuche bzw. Telefonate zum Thema Stillen ausmachen.

Kinderernährung

Jede Mutter beschäftigt sich ausführlichst mit dem Thema. Wer sich speziell über das Thema Stillen informieren möchte, kann dies zunächst bei der Stillberatung im Krankenhaus tun, bei seiner Hebamme, dem Kinderarzt, aber etwa auch auf der Internet-Seite des Berufsverbandes Deutscher Laktationsberaterinnen (http://www.bdl-stillen.de) oder bei La Leche Liga Deutschland (www.lalecheliga.de). Die Weltgesundheitsorganisation WHO (www.euro.who.int/de) beschäftigt sich ebenfalls regelmäßig mit dem Thema. Lesenswert, gerade auch für die Zeit nach der ausschließlichen Milchernährung, sind die Erkenntnisse des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund (www.fke-do.de). Dort kann man auch "Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen" (4 Euro) sowie weitere Lektüre zum Thema Ernährung bestellen.

Vorsorgeuntersuchungen für das Kind

Wird die Mutter aus der Klinik entlassen, bekommt sie ein gelbes Kinder-Untersuchungsheft ausgehändigt. Dieses Heft wird künftig bei jeder Vorsorgeuntersuchung dem Kinder- und Jugendarzt vorgelegt, der in bestimmten Abständen überprüft, ob die Entwicklung des Kindes normal verläuft, damit dieser alle Untersuchungsergebnisse eintragen kann - sorgfältig aufbewahren!

Für das Babyalter sind die Untersuchungen U1 bis U6 vorgesehen, die U7 bis U9 decken das Alter zwei bis fünf Jahre ab. Ab der U10 (mit sieben bis acht Jahren) gibt es ein grünes Checkheft. Die U1 findet direkt nach Geburt, also in den meisten Fällen noch im Kreißsaal statt. Ist die Mutter mehrere Tage in der Klinik, kann auch die U2 noch dort erfolgen.

Die Untersuchungen U1 bis U9 werden von allen Krankenkassen gezahlt, ebenso wie die Jugenduntersuchung J1 (gesonderter Dokumentationsbogen). Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt außerdem noch die Untersuchungen U10, U11 und J2, die allerdings nicht von allen Krankenkassen übernommen werden.

Wer auf der Suche nach dem richtigen Kinderarzt ist, kann natürlich Freunde fragen, die bereits Kinder haben. Oft kann die Nachsorge-Hebamme auch Empfehlungen geben. Ansonsten können Sie auch nach Stadtgebiet oder Schwerpunkt auswählen: www.aerztekammer-hamburg.de

Erste-Hilfe-Kurse für Eltern

Nicht nur für Eltern, sondern auch für Großeltern oder Babysitter kann es sinnvoll sein, einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen. "Erste Hilfe am Kind"-Kurse bieten zum Beispiel die Johanniter an, aber etwa auch der Arbeiter-Samariter-Bund, Elternschulen, Familienbildungsstätten, private Anbieter (www.kinderfee-hamburg.de) und auch manche Krankenhäuser.

Helfer in der Not: wellcome

Nicht alle jungen Eltern haben Familie und Freunde in der Nähe, die ihnen unter die Arme greifen können, wenn der Babystress einmal zu groß wird. Wellcome versteht sich als moderne Nachbarschaftshilfe. Bundesweit sind mehr als 3000 Ehrenamtliche an 250 Orten unterwegs, die dabei helfen, in kleinen Pausen neue Kraft zu schöpfen. Wer Hilfe wünscht, kann das wellcome-Team in seiner Nähe ansprechen, eine Koordinatorin vermittelt dann einen "wellcome-Engel", der an zwei Tagen in der Woche für ein paar Stunden vorbeikommt. Für die Vermittlung wird eine einmalige Gebühr von max. 10 Euro berechnet, für die Betreuung bis zu 5 Euro pro Stunde.

Lehrreich-lustige Lektüre: Elternbriefe

Nicht alle Mütter kennen die Elternbriefe, die vom Arbeitskreis Neue Erziehung in Berlin herausgegeben werden und unbedingt zu empfehlen sind. Sie sind gerade auch für die Mütter geeignet, die nicht ganze Bücher zum Thema Kindesentwicklung und Erziehung lesen mögen. Wer die Briefe kostenlos beim Bezirksamt bestellt, bekommt im Laufe der Jahre 46 mal Post. Im ersten Lebensjahr monatlich, später alle zwei bis drei Monate.

Bei Erschöpfung: Kuren für Mutter-Vater-Kind

So sehr man sich auf den Nachwuchs gefreut hat: Erschöpfung ist etwas ganz Normales. Natürlich vor allem in besonderen Fällen, in denen das Kind vielleicht chronisch krank ist. Wer das Gefühl hat, nicht bloß ein paar Stunden, sondern eine richtige Auszeit zu brauchen, um wieder auf die Füße zu kommen, der kann sich zum Beispiel bei der Evangelischen Müttergenesung über die Möglichkeiten einer Kur informieren. Weitere Anlaufstelle ist auch der Evangelische Fachverband für Frauengesundheit. Informationen – übrigens auch für Väter – zum Thema Kur gibt auch das Mutter-Kind-Hilfswerk.

Blogs:

www.schwangerinhamburg.de

www.geburt-in-hamburg.de

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