Müttergenesungswerk
Zahl psychisch kranker Mütter drastisch gestiegen
Immer mehr Mütter in Deutschland sind psychisch krank. Erschöpfung, Burnout und Schlafstörungen betreffen vor allem Alleinerziehende.
Berlin. Die Mutter-Kind-Kur ist, wie der Name schon sagt, für die Erholung von Mutter und Kind gedacht. Doch für viele Familien wird es immer schwieriger, eine Kur von der Krankenkasse bewilligt zu bekommen. Dabei brauchen immer mehr Mütter dringend diese Pause zum Durchatmen: Erschöpfung, Burnout, Schlafstörungen – eine wachsende Anzahl von Müttern in Deutschland ist psychisch krank. Die Zahl sei in den vergangenen acht Jahren um rund ein Drittel gestiegen, sagte die Kuratoriumsvorsitzende des Müttergenesungswerks, Marlene Rupprecht, am Dienstag. Im vergangen Jahr machten überdurchschnittlich viele alleinerziehende Mütter eine Kur über das Genesungswerk.
Vor allem wachsender Zeitdruck mache den Müttern zu schaffen. Im vergangenen Jahr wurden 39 000 Frauen in den Häusern des Müttergenesungswerks behandelt. Viele von ihnen mussten laut Rupprecht hart für die Kur kämpfen – bei den Krankenkassen habe es Ablehnungsquoten von bis zu 40 Prozent gegeben. Erst seit im Februar neue Begutachtungskriterien eingeführt wurden, seien Verbesserungen zu erkennen.
Wie Mütter eine Mutter-Kind-Kur beantragen können
Mütter sind oft mehr als nur gestresst. In solchen Fällen können sie eine Mutter-Kind-Kur beantragen. Voraussetzung ist ein ärztliches Attest.
Für eine Mutter-Kind-Kur muss der Arzt der Mutter mit einem Attest bescheinigen, dass die Auszeit notwendig ist. "Das Kind muss nicht krank sein", sagte Anne Schilling, Bundesgeschäftsführerin des Müttergenesungswerkes. Erschöpfungen, Depressionen und Schlafstörungen nehmen dem am Dienstag vorgestellten MGW-Jahresbericht zufolge bei Müttern jeder Bevölkerungsschicht zu.
Drei bis acht Wochen dauere es oft, bis die Krankenkasse den Antrag bearbeitet habe. "Dann hat eine Frau in der Regel vier Monate Zeit, die Reise anzutreten", sagte Schilling. Wenn die Krankenkasse den Antrag ablehne, lohne es sich meist, Widerspruch einzulegen.
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Schilling rät Betroffenen, sich vorab in einer der zahlreichen Beratungsstellen des Müttergenesungswerkes zu informieren. Die Erfolgsquote für die Bewilligung des Kurantrags sei höher, als wenn die Mutter nur zum Arzt ginge und die Unterlagen sofort bei der Krankenkasse einreiche.
"Die Versicherten haben auf jeden Fall ein Wunsch- und Wahlrecht", sagte Schilling. Die Kliniken hätten eine große Bandbreite an unterschiedlichen Schwerpunkten – etwa für Frauen in Trauersituationen oder Frauen mit Krebserkrankungen. Auch die Kinderbetreuung sei unterschiedlich geregelt – vom Schulunterricht bis zur Hausaufgabenbetreuung. Deswegen sei es sinnvoll, sich genau zu überlegen, welches Haus für die Mutter infrage komme.













