08.06.12

Extreme Erschöpfung

Bei ersten Anzeichen von Burnout: Ablenkung suchen!

Wer sich ausgebrannt fühlt, sollte Sport treiben, ins Kino gehen oder mit Freunden sprechen. Hilft das nicht, muss der Arzt konsultiert werden.

Foto: picture alliance / Christian End/picture alliance
Joggerin
Mehren sich die Anzeichen für das Burnout-Syndrom kann Ablenkung - wie zum Beispiel Sport - helfen

Berlin. Kündigt sich durch erste Anzeichen das Burnout-Syndrom an, kann Ablenkung Abhilfe schaffen. "Beim Gefühl des Ausgebranntseins, hilft es, Sport zu treiben, ins Kino oder ins Theater zu gehen oder auch mit Kollegen und Freunden über das Thema zu sprechen", sagte der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), Rainer Richter. Auch sei es ratsam, den Hausarzt zu konsultieren.

Wenn Ablenkung allerdings nicht helfe und die Erschöpfung über einen längeren Zeitraum anhalte, sollten sich Betroffene professionelle Hilfe suchen, fügte Richter hinzu. Erste Burnout-Anzeichen seien unter anderem Niedergeschlagenheit, Konzentrationsschwierigkeiten und eine emotionale Distanz zur Arbeit.

+++1400 Prozent mehr Fehltage durch Diagnose Burnout+++

+++Psychotherapeuten suchen nach einer Burnout-Definition+++

"Das Problem bei Burnout ist, dass es keine spezifischen Symptome gibt wie bei anderen psychischen Erkrankungen", sagte der BPtK-Präsident. Es gebe sehr viele Beschwerden, die bei Burnout auftreten könnten. "Es ist eine Erschöpfung, die einen unzufrieden macht und bei der Arbeit behindert. Auch spürt der Betroffene, dass er da alleine nicht rauskommt, sich gedanklich im Kreis dreht und lustlos ist", fügte Richter hinzu. Burnout sei aber keine Krankheit.

Eine Heilung beziehungsweise eine Erholung der Erschöpfung ist Richter zufolge möglich. "Ein vollständiger Rückgang der Symptome ist möglich", sagte Richter. Aber es gebe auch Burnout-Fälle, bei denen den Betroffenen empfohlen werde, den Job zu wechseln.

Burnout-Syndrom
Burnout bedeutet soviel wie "ausgebrannt sein". Ein Burnout-Syndrom bekommen meist Menschen, die über lange Zeit an ihrer Leistungsgrenze arbeiten, sich in ihrem Beruf überengagieren und extrem hohe Erwartungen an sich selbst stellen.
Gerade weil Burnout vor allem ehrgeizige Mitarbeiter trifft, ist deren schleichendes Abgleiten in den Burnout oft nicht erkennbar.
Ausgangspunkt ist oft Überengagement im Beruf, der zum Lebensinhalt wird. Der Betroffene verleugnet seine Bedürfnisse.
Anzeichen sind häufige Flüchtigkeitsfehler, völlige Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Energiemangel und Konzentrationsstörungen.
Oft folgt ein reduziertes Engagement, einige Betroffene machen Schuldzuweisungen und werden aggressiv.
Es kann aber auch zu Depressionen und Angststörungen kommen. Die Suchtgefahr steigt.
Wer einem Burnout-Syndrom vorbeugen will, sollte sein Privatleben stärker pflegen, Konfliktstrategien erlernen, häufiger Kompromisse durchsetzen und sich gegen Überforderung im Beruf wehren.
(dapd)
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