23.01.13

Hamburger Sozialgericht Kasse muss Stammzellen für alte Dame zahlen

Eine Krebspatientin bekommt eine Infusion von Stammzellen (Archivfoto)

Foto: picture-alliance/ dpa / picture-alliance/ dpa/dpa

Eine Krebspatientin bekommt eine Infusion von Stammzellen (Archivfoto)

Transplantation sei für Ältere nicht erprobt, argumentierte die Krankenkasse und weigerte sich, 110.000 Euro zu zahlen. Die Klinik klagte.

Hamburg. Krankenkassen müssen die Kosten lebenserhaltender Stammzelltransplantation auch für alte Menschen übernehmen. Das urteilte das Hamburger Sozialgericht im Fall einer 72-Jährigen, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte.

Die Frau litt an Leukämie, ihre Ärzte behandelten sie in einem Hamburger Krankenhaus stationär mit einer Stammzelltransplantation für rund 110.000 Euro. Die Krankenkasse weigerte sich, die Kosten zu übernehmen, weil das Verfahren für eine Frau im hohen Alter nicht ausreichend erprobt sei. Daraufhin klagte das Krankenhaus gegen die Kasse.

Das Sozialgericht urteilte, dass nicht das Alter, sondern der körperliche Allgemeinzustand für die Risikobewertung der Behandlung ausschlaggebend sei. Die 72-Jährige hätte laut Ärzten ohne die Transplantation weniger als ein Jahr zu leben gehabt, nach der Behandlung habe sie nun eine normale Lebenserwartung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Krankenkasse kann in Berufung gehen.

(AZ: S 35 KR 118/10)