16.06.12

Sportboote

Brücke zwischen Jolle und Yacht

Sportboote versprechen Familien- und Regattaspaß. Bavaria will in diesem Segment den Markt erobern und präsentiert ihr erstes Sportboot.

Von Tatjana Pokorny
Foto: MRG/Andy Heinrich/TATJANA POKORNY
Ein Testteam prescht mit der gut sieben Meter langen Bavaria b/one über den Bodensee
Ein Testteam prescht mit der gut sieben Meter langen Bavaria b/one über den Bodensee

Was ist eigentlich ein Sportboot? Bei Wikipedia heißt es: "Ein Sportboot ist ein Wasserfahrzeug, das dem Freizeitvergnügen auf dem Wasser und zuweilen auch repräsentativen Zwecken dient", laut Duden ist es "ein Motorboot für den Freizeitsport". Unter Seglern wird der Begriff enger gefasst. Sie verstehen unter einem Sportboot mittelgroße Boote für etwa drei bis fünf Mann Besatzung, die einer sportlichen Einheitsklasse angehören.

Entscheidendes Kriterium: Alle Boote einer Sportbootklasse sind baugleich und ermöglichen bei Regatten einen fairen Wettkampf auf Augenhöhe. Darüber hinaus eignen sich Sportboote oft auch als Familiencruiser oder Ausbildungsboote für Vereine und Segelschulen, können bei Bedarf sogar zu zweit gesegelt werden.

Deutschlands größte Bootswerft Bavaria, bislang eher für gemütliche und größere Cruiser und Cruiser/Racer bekannt, präsentierte kürzlich mit der B/one ihr erstes Sportboot. Der Neuling der Giebelstädter eignet sich bei einfachem Handling für Regatta- und Familienspaß in leichten bis mittleren Winden und lockt mit einem Kampfpreis von 33 000 Euro inklusive Regattasegeln und Trailer.

Die Bavaria-Bootsbauer wollen ihre B/one möglichst schnell zur Nummer eins auf dem internationalen Sportbootmarkt machen. Das sagt schon der Name: B/one übersetzt Bavaria mit "Be one of us" (werdet einer von uns), aber auch mit "Be number one" (werde die Nummer eins). "Der günstige Preis ist natürlich sehr attraktiv, kann aber nur über die Menge funktionieren", urteilt ein Mitbewerber. 44 B/ones, so ein Bavaria-Sprecher, seien bereits verkauft, 100 sollen es bis Jahresende werden. Projektmanager Peter Meyer sagt: "Wir haben die B/one bewusst so gebaut wie eine Sprinta Sport. Die war damals eine gute Idee, da kann man den Hut ziehen. Wir haben sie weiterentwickelt."

Die Sprinta Sport ist eines von zwei Modellen, die in den 1970er-Jahren die Sportbootbewegung prägend einläuteten: Aus Amerika kam die J 24 und begeistert seit 1976 auch deutsche Segler. Ein Jahr später brachte Dehler seine Sprinta Sport auf den Markt. Sie entstand als Leichtbaukonstruktion, entsprach dem damaligen Stand des Hochleistungs-Yachtbaus im Kleinformat und ist bis heute der Inbegriff eines regatta- und gleichzeitig familientauglichen Sportbootes mit begehrenswerten Attributen: Sportboote sind rassig, aber nicht so nass und athletisch zu segeln wie Jollen, andererseits erschwinglicher und weniger aufwendig im Betrieb als größere seegehende Yachten. Damit bilden Sportboote die Brücke zwischen Jugend- und Hochseesegeln.

Der Unmut vieler Segler über das oftmals ungerechte Handicap-Segeln, bei dem verschieden große Yachten mithilfe von Berechnungssystemen wie ORC Club oder ORC international bei Regatten vergleichbar gemacht werden, beflügelt die Begeisterung für die einheitlichen Sportboote zusätzlich. Beim Langstreckenklassiker Pantaenius Rund Skagen haben rund 60 Teilnehmer gerade wieder erlebt, wie schwierig Formelsegeln sein kann: Gewonnen hat das 500-Seemeilen-Rennen nach berechneter Zeit die letzte Yacht im Ziel. Sie kam einen Tag später an als das erste Schiff. Ob dieses Sieger-Team wirklich besser gesegelt hat als alle anderen, kann weder bestätigt noch verneint werden, denn es hat in anderen Windbedingungen gesegelt als die Führenden. Solchen Faktoren können Handicap-Systeme nur bedingt auffangen.

Als fairer empfinden deshalb die meisten Regattasegler Wettbewerbe in Einheitsklassen. Hier ist wie im olympischen Segelsport das erste Boot im Ziel auch tatsächlich Sieger. Der für Teilnehmer und Zuschauer besser nachvollziehbare Vergleich findet immer mehr Fans. "OneDesign-Segeln ist das Maß aller Dinge und die absolute Zukunft", sagt Oliver Schwall, Initiator des Segelförderprojekts Sailing Team Germany, ehemaliger Weltklasse-Tornadosegler und heute Freizeit-Skipper auf einem Sportboot vom Typ Melges 24, "da gibt's auch fürs Verlieren keine Ausreden mehr. Sportboot-Segeln ist ehrlich und direkt."

Zu den in Deutschland beliebten und verbreiteten Sportbootklassen zählen immer noch die Sprinta Sport und die J 24, aber auch moderne Typen wie das rassige Top-Model Melges 24 (Neupreis mit Segel: 62 000 Euro), das Schweizer Edel-Modell blu26 (52 000 Euro), die Platu 25 (38 000 Euro), die J80 (35 000 Euro), oder der SB20 (28 500 Euro). Die Hersteller kämpfen mit kreativen Maßnahmen um den lukrativen Markt der "Altjugendlichen".

Am erfolgreichsten sind jene Sportboote und Produzenten, denen es gelingt, eine gut funktionierende Klassenvereinigung aufzubauen und attraktive Regatten oder sogar Serien in erreichbaren und schönen Revieren auszurichten. Dieses Ziel verfolgt auch Bavaria.

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