Hamburg. Überraschen Sie Ihre Lieben doch einfach mal mit Kreationen von Hamburger Designern. Sie sind nachhaltig, funktionell und sehr schön.

Jetzt ist es nicht mehr lange bis Weihnachten. Bei der Suche nach einem individuellem Geschenk entscheiden sich immer mehr Menschen für Präsente, die unzweifelhaft aus dem Norden stammen. Denn das schont nicht nur die Ressourcen, sondern stärkt auch die heimische Wirtschaft, unterstützt hier ansässige Handwerker sowie aufstrebende Designtalente.

Eine wahre Fundgrube für hiesiges Design ist Lokaldesign, ein Concept Store im Schanzenviertel, der sich auf die Präsentation und den Verkauf von Möbeln und Wohnaccessoires spezialisiert hat (www.lokaldesign.de). „Außerdem kooperieren wir mit Design-Hochschulen, um den Nachwuchs zu fördern und Einzigartiges in die Wohnungen zu bringen. Einige Designer können mittlerweile von ihren Produkten leben, das macht uns sehr froh“, sagt Katharina Roedelius, Gründerin und Geschäftsführerin von Lokaldesign.

Geschenke aus Holzresten

Design aus Hamburg ist oft skandinavisch geprägt. Daher steht es meistens für klare Strukturen und Understatement. Ein Beispiel dafür sind die Stücke von Lasse Bagdahn und Per Völkel. Die beiden kamen vor Jahren auf die Idee, Holzresten, die bei der Aufbereitung von importierten Hölzern im Hamburger Hafen anfallen, ein neues Leben zu schenken. So entstanden zunächst Bilderrahmen – und ihr Name: Hafenholz (www.hafenholz.de).

Als Geschenk eignet sich ihr Fahrradwandhalter aus dem Holz einer alten Scheune. Das Rad ruht sicher in einer Nut, im mittleren Teil dient ein Langloch als Halterung für ein Bügelschloss. In kleiner Auflage fertigen die beiden Männer auch Ess- und Couchtische.

Erhältlich sind diese über Lokaldesign, wo es auch den Steckschlüssel von Florian Gilges gibt (www.gilges.eu). Er lässt sich mit Schlüsseln und Notizen bestücken, vier an der Rückseite angebrachte Abstandshalter dienen gleichzeitig als Aufhänger. In dem oberen, breiteren Schlitz hält das in diversen Farben verfügbare Teil auch Briefe, die zur Post müssen.

Abdrücke von Pfennigabsätzen und Kronkorken im Holz

Möbel mit Geschichte aus Materialien, die er in Hamburg aufspürt, stellt auch der Tischler Lars Bode her (www.larsbode.de). Dazu gehören zum Beispiel Kugelhocker aus alten Duckdalben, Schreibtische, Schränke oder Kommoden, deren Verblendungen teilweise aus dem alten Erotic Art Museum in Hamburg stammen. Wenn man genau hinsieht, kann man sogar die Abdrücke von Pfennigabsätzen und Kronkorken darauf erkennen.

Auch das Wandregal Lines & Boxes könnte bei manchem ein Lächeln hervorzaubern. Die Montage ist simpel: Eine Leiste aus Eiche oder Multiplex wird an der Wand verschraubt, die „Boxes“ werden einfach eingehängt und je nach Lust und Laune hin- und hergeschoben. Dadurch entstehen im Handumdrehen abwechslungsreiche Wandgrafiken und viel Stauraum.

Im Siebdruckverfahren handbedruckte Wohnaccessoires aus Papier und Stoff entwirft und fertigt die Hamburger Designerin Claudia Vogt (www.clavo-design.de). Ihre Inspiration sind natürliche, organische Formen und Strukturen, die sie auf Naturmaterialien wie Papier, Holz, Leinen und Filz druckt. Daraus entstehen Bilder, Kissen, Tücher und kleine Geschenkartikel wie Holzuntersetzer oder große Leuchten wie die „Trulla“. Die netzartige Struktur der Leuchte aus Papier, die in verschiedenen Größen und Farben ebenfalls über Lokaldesign erhältlich ist, sorgt für ein effektvolles Schattenspiel im Raum.

Ebenfalls Handsiebdruck-Kollektionen produziert Textildesignerin Inga Bertermann in einem Werkstattatelier in Hammerbrook (www.panama-prints.blogspot.de). Die Palette reicht von Geschirrtüchern aus Leinen über Seidenvorhänge oder Wollkissen bis hin zu dekorativen Wandbildern.

Bildergeschichten auf Handtüchern

Kostbarkeiten auf Papier und Textil fertigt auch die Manufaktur Unikat Luckner in der Margaretenstraße (www.unikat-luckner.de). Unikate und Kleinserien werden direkt auf dem Drucktisch entworfen, die frischen Farben spontan und individuell gemischt. „Ich habe den Anspruch, Bildgeschichten mit Humor und Augenzwinkern zu erzählen“, sagt Petra Gräfin von Luckner, die vorzugsweise Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt für ihre Servietten, Läufer, Geschirrtücher und Kissen auswählt.

Mal hoppelt ein Hase übers Kissen, mal ziert ein Fisch das Handtuch – kein Stück ist wie das andere. „Der kleine Unterschied ist gewollt und Teil des Konzepts. Auch in der Zusammenstellung der Serviettensets spiegelt sich das wider.“ Qualität und Alltagstauglichkeit sind der Textildesignerin besonders wichtig. Daher verwendet sie nur Materialien wie Leinen und Halbleinen, die Farben sind lösungsmittelfrei, beständig und waschbar bis 60 Grad.

Fische auf Treibholz

Fische sowie anderes Meeresgetier sind auch das Metier von Rolf Boscheinen (www.fischbretter.de). Zu den Fischen kam er, weil er selbst in diesem Sternzeichen geboren ist, und weil ein Freund ihn einst bat, ihm einen Fisch zu malen. Das war die Geburtsstunde für die Idee, Lebewesen aus dem Wasser ausschließlich auf Treibholz – zum Beispiel aus der Elbe gefischt – zu malen.

Je nach Art ist es grob oder feingefasert, hat Astlöcher oder Augen. Und so unterschiedlich wie das Treibholz sind auch seine mit Liebe zum Detail gemalten Motive. Darunter Aale, Haie, Kraken und Krabben, aber auch Seepferdchen, Störe und manchmal auch Rollmöpse.

Als Präsent bieten sich auch schöne Fotos von der Hansestadt an. Der Hamburger Fotograf Andreas Schmidt-Wiethoff ist seit Jahren rund um Michel und Elbe unterwegs auf der Suche nach Motiven. Daraus entstand die Idee zu michel und elbe (www.michelundelbe.de). Heimathafen der Galerie ist der Eppendorfer Weg. Dort hält Schmidt-Wiethoff eine große Auswahl an Bildern in vielen Größen und Formaten bereit. Die Motive sind teilweise auf 50 Stück limitiert.

Ein Bestseller sind die Kalender in Schwarz-Weiß und Farbe. Sehr schön auch: der historische Kalender mit Aufnahmen von John Holler. Mit seiner Fähigkeit, den Zeitgeist der 50er-Jahre einzufangen, war der Hamburger Fotograf seiner Zeit weit voraus.

Handwerkskunst – das schließt Schmuck und Kleidung ein – von Hamburger Designern kann man auch in Hilde Leiss Galerie (Großer Burstah 38) entdecken. Faszinierend: die Objekte aus Licht und Papier, die noch bis zum 24. Dezember dort zu sehen sind.