Aktion "Lese-Paten"

Schüler: "Zeitunglesen ist überraschend cool"

Mit dem Abendblatt die Welt erkunden: Schüler des Brahms-Gymnasiums
mit Lehrerinnen Mirjam Seils (l.) und Marina Popow sowie Hannelore Lay (r.)

Foto: Bodig / HA

Mit dem Abendblatt die Welt erkunden: Schüler des Brahms-Gymnasiums mit Lehrerinnen Mirjam Seils (l.) und Marina Popow sowie Hannelore Lay (r.)

Die Aktion "Lese-Paten" bringt das Abendblatt in Schulen. Schon 38 Hamburger machen mit und spenden ein Abonnement.

Hamburg.  Fast jedes Kind hat ein Smartphone, liest Mails, googelt und ist in Netzwerken unterwegs. Aber nehmen Kinder heute auch noch eine gedruckte Zeitung in die Hand, vertiefen sich in längere Texte und lernen dabei, dass sich eine Nachricht von einem Kommentar, eine Glosse von einer Repor­tage unterscheidet? Zugegeben, für viele Schulkinder sind Zeitungen heute ein ziemlich unbekanntes Terrain, Neuland, wie die Kanzlerin vielleicht sagen würde. Wenn Kinder aber eine Zeitung wie das Abendblatt kennenlernen, wenn man ihnen das "Nutzerverhalten" einer Zeitung erklärt, stellen sie auf einmal fest, dass das Zeitunglesen "überraschend cool" sein kann. Diese Erfahrung machen auch Lese-Paten, die sich für ein ganz besonderes Bildungsprojekt engagieren, immer wieder.

Schüler wollen das Abendblatt in der Mittagspause lesen

Zu den Lese-Paten gehören unter anderen der Schiffsmakler Peter Koletzki, Hannelore Lay, die Vorsitzende der Stiftung Kinderjahre, und der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke. Bisher insgesamt 38 Hamburger engagieren sich für die Aktion "Lese-Paten", mit der das Abendblatt ein neues und vor allem sehr junges Publikum findet.

Jürgen Klimke

Kristian Ludwig

Martin Koletzki

Birgit Stöver

Caroline Reich

"Mit dieser Aktion wollen wir die Freude am Zeitunglesen wecken und die Lese- und Sprachkompetenz der Hamburger Schüler fördern", sagt Hannelore Lay, die festgestellt hat, dass die Kinder das zunächst noch ungewohnte Angebot meist offen und mit großem Interesse annehmen. Deshalb sucht das Abendblatt möglichst viele Menschen, die Abonnements für Schulen spenden, denn Hamburgs größte Tageszeitung soll künftig möglichst flächendeckend in den Schulen der Hansestadt verfügbar sein. Das ist vor allem aus zwei Gründen wichtig: Einerseits bietet die Zeitungslektüre Hamburgs Schülern eine wichtige Unterstützung beim Erwerb von Lesekompetenz. Und zweitens können sie sich dabei über aktuelle Vorgänge in ihrer Stadt, in ihrem Land und in der Welt auf eine andere, intensivere und konzentriertere Weise informieren, als sie das bei ihrem üblichen Medienkonsum gewohnt sind.

Unterstützung durch zwei Lese-Patenschaften bekommt das Projekt unter anderem von der Hamburger Stiftung Kinderjahre, die sich seit 2004 für die Chancen von "sozial und emotional benachteiligten Kindern" einsetzt, damit sie "als Erwachsene eigene Entscheidungen treffen können". Für Stiftungsvorsitzende Hannelore Lay, die jetzt mit Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klasse des Johannes-Brahms-Gymnasiums in Bramfeld das Abendblatt besuchte, ist "Zeitunglesen gerade für Kinder und Jugendliche wichtig, um sich über das Tages- und Weltgeschehen zu informieren. Ich habe mit zehn Jahren begonnen, die Tageszeitung zu lesen, allerdings nur in einigen Bereichen. Aber das machte neugierig, und die Themen weiteten sich kontinuierlich aus", sagt sie. Als engagierte Hamburgerin interessiert sie sich besonders für den Hamburg-Teil im Abendblatt, weil er umfassende Einblicke in die Geschehnisse der Stadt bietet. Hannelore Lay resümiert: "Zeitunglesen dient bei Kindern und Jugendlichen sowohl der Information als auch der Meinungsbildung. Es macht neugierig und zeigt auch Perspektiven auf."

Die Schüler werden es testen: Sie haben sich vorgenommen, in ihrer ­Mittagspause das Abendblatt zu lesen.

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