Menschlich gesehen

Dänisch fahren

In Kopenhagen hat er sie zum ersten Mal richtig wahrgenommen: die langen Fahrräder mit den hohen Kästen vor dem Vorderrad, mit denen die Dänen in ihrer Hauptstadt offensichtlich besonders gern auch ihre Kinder durch die Gegend chauffieren. René Reckschwardt war dort im Auftrag der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg, um sich dänische Radwege anzusehen. Der 40 Jahre alte Stadtplaner wollte für den in Wilhelmsburg geplanten und dann auch gebauten Rundweg nach Vorbildern suchen.

Die Sache mit den Lastenrädern ließ ihn aber nicht los. Zumal er selbst zwei kleine Kinder (zwei und fünf Jahre alt) hat, das Autofahren in "seinem" Stadtteil Eimsbüttel aber immer nerviger wurde, wie er sagt. Kaum Parkplätze, verstopfte Straßen – das könnte sich mit so einem Rad umgehen lassen, glaubte Reckschwardt, der in Leverkusen aufgewachsen ist und bei der IBA seinen ersten Job nach dem Studium gefunden hatte.

Aus der anfänglichen reinen Liebäugelei ist nun viel mehr geworden. Im Januar startete der Ingenieur in die Selbstständigkeit: mit einem Spezialgeschäft nur für Lastenräder. "Das ist ein absoluter Trend für die Stadt", sagt er. Das große Interesse an solchen Rädern bei der Radreisemesse im CCH am Sonntag dürfte dieser Einschätzung recht geben. Dort war der radelnde Stadtplaner gleich mit einer ganzen Reihe von Modellen vertreten.

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