Meinung
Offen gesagt

PR-Profi Xavier Naidoo ist nicht zu helfen

Xavier Naidoo (Archiv)

Foto: Picture Alliance

Xavier Naidoo (Archiv)

Den "Lutz-Bachmann-Preis für nicht entartete Kunst" habe das neue Album der Söhne Mannheims bereits erhalten, behauptet Jan Böhmermanns Satire-Format "Neo Magazin Royale" in einem Fake-Trailer zum neuen Album der lokalpatriotischen Pop-Heimsuchung um Meistersinger Xavier Naidoo. Dass Böhmermann die Band dabei etwas primitiv "Hurensöhne Mannheims" nennt – geschenkt. Ähnlich dürftig sind ja Xavier (sprich "Saviour" – "der Retter") Naidoos in den neuen Songs wieder aufflammende diffus rechtsauslegende Verschwörungstheorien.

Dem Mann ist wirklich nicht zu helfen, scheint's. Oder ist's am Ende alles doch wieder nur das berüchtigte PR-Kalkül? Naidoos persönliches Engagement ist ja grundsätzlich erratisch-impulsiv, damit war er quasi Trendsetter; wenn er raunend von "Marionetten" und Volksvertretern als "Steigbügelhalter" singt, ist das wie am Stammtisch. Und so manchem Wutbürger und Pegidisten gefällt's, vor allem, wenn er sieht, wie die "Lügenpresse" und die "Mainstream­medien" nun wieder auf das kurpfälzische Gequassel anspringen.

So kann sich der selbst ernannte "Wahrheitssucher" Naidoo, der doch in Wirklichkeit vor allem wohl ein sehr deutscher Neurotiker ist, dann als Verfemter inszenieren. Den meisten seiner Fans ist das übrigens alles einerlei.

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