Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 13. Mai 2017

Erinnerungen an Karin

10. Mai: Hamburgs Gleise in den Tod. Die Gedenkstätte denk.mal Hannoverscher Bahnhof wird eingeweiht

Der Artikel über den Hannoverschen Bahnhof hat mich sehr berührt. Ich bin Jahrgang 1937 und habe die Geschichte des Bahnhofs mittelbar mitbekommen, aber erst viel später wirklich begriffen. Da meine Eltern keine Kinder bekommen konnten, haben sie mich aus dem Waisenhaus geholt. So taten es auch eine Freundin von meiner Mutter mit ihrem Mann. Ich war etwas älter und hieß Karin – das kleine Mädchen, das sich die Freunde holten, hieß auch Karin. Ich erinnere mich, dass die Freundin meiner Mutter weinend zu uns kam und erzählte, dass Männer spät abends bei ihnen geklingelt hatten und sagten, dass sie die kleine Karin anziehen sollten, sie müssten sie mitnehmen, denn das Kind hätte Zigeunerblut in den Adern. Die beiden waren verzweifelt und forschten tagelang nach, wo die Kleine abgeblieben war. Letztlich war es der Hannoversche Bahnhof. Sie haben ihre kleine Karin nie wieder gesehen. Der Artikel erinnert mich an die Grausamkeiten, die Menschen begehen können, selbst an kleinen Kindern, und stimmen mich noch heute sehr traurig. Aber es gibt auch etwas Positives für mich: Ich habe mich dadurch nach vielen Jahren noch einmal an dieses kleine Mädchen erinnert.

Karin Steffen, per E-Mail

Vorstandsebene verkleinern

12. Mai: Ge­werk­schaf­ter gegen Bür­ger­ver­si­che­rung

Wenn die Bürgerversicherung Jobs kostet, dann vielleicht auf der Vorstandsebene? Es gibt viele Kassen, private, gesetzliche und Ersatzkassen, die zusammen einen unheimlichen Wasserkopf ernähren. Das ist aber nicht deren Aufgabe, sondern die gesundheitliche Versorgung der Bürger. Wenn also eine Bürgerversicherung Jobs bei den Kassen kostet, dann darf vermutet werden, dass viele davon überflüssig sind und somit die Kosten außerhalb der gesundheitlichen Versorgung zulasten der Versicherten hochtreiben.

Jörg Ökonomou, Hamburg

Was macht ein Bauingenieur?

12. Mai: Be­rufs­wahl kommt auf den Stun­den­plan

Dieses Vorhaben ist mehr als überfällig. Nach mehr als 20 Jahren als Lehrbeauftragter für Mathematik an der heutigen HafenCity Universität kann ich bestätigen, dass viele Studienanfänger für das Bauingenieurwesen wenig Vorstellung davon haben, was ein Bauingenieur macht und was im Studium auf einen zukommt. Schon in der Oberstufe müssen die Weichen für die spätere Berufswahl gestellt werden. Die entsprechenden Informationen müssen allerdings von Fachleuten gegeben werden, Lehrer sind dafür nicht geeignet. Wünschenswert wäre es, wenn alle Berufs- und Studienbewerber vor der Zulassung ihre Begabung nachweisen müssten, analog zu den Bewerbern für Kunst und Musik, wo dies allgemein anerkannt wird. Das würde die hohe Abbrecherquote verringern.

Dr. Friedrich Weinhold, Norderstedt

Trumps Actionthriller

11. Mai: Wie die Polizei Trump durch die Stadt geleitet

Das wird ja ein reißerischer Actionthriller werden, wenn Trump und Co. mit ihrem Tross durch Hamburg zum G20-Gipfel jagen, flankiert von 2500 Polizisten und überwacht von mehreren Hubschraubern. Unter der Regie des Secret Service wurde ein Szenario entworfen, als besuche Trump ein extrem gefährliches Krisengebiet. Absurd und lächerlich erscheint diese im Grunde unzumutbare Sicherheitsinszenierung, wenn man erinnert, wie unfähig dieser Secret Service war, als es vor ein paar Wochen ein "Besucher" schaffte, über den Zaun am Weißen Haus zu klettern, und erst kurz vor dem Gebäude entdeckt wurde. Es geht doch nicht nur um die Sicherheit des Präsidenten, sondern um eine Machtdemonstration und Eitelkeit.

Peter Runte, Buchholz

Keine Antwort vom Handwerker

10. Mai: Hamburgs Hand­wer­ker des Jahres gesucht

Super. Wenn Sie ihn gefunden haben, sagen Sie uns Bescheid. Einer aus den TOP 100 reicht auch. Wir suchen seit zwei Jahren einen Generalunternehmer, der unser Bad saniert. Von gar keiner Rückmeldung bis zu kurz zusammengezimmerten Abwehrangeboten war alles dabei. Die Kombination von bemüht und fair fehlt noch. Viel Glück bei der Suche.

Harald Blöcker​,per E-Mail

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.