Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 24. April 2017

Feiertage einheitlich regeln

22./23: April: Politiker fordern neuen Feiertag

Warum nicht bundeseinheitlich? Dass Feiertage nicht die Wirtschaftskraft eines Bundeslandes beeinträchtigen, zeigt der direkte Vergleich zwischen Nord und Süd. Der Norden hat sich seinerzeit für blöd verkaufen lassen, als der Buß- und Bettag 1995 abgeschafft wurde, um die Mehrbelastung für die Arbeit­geber durch die Beiträge zur neu eingeführten Pflegeversicherung durch Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen. Kein Unternehmen würde pleitegehen, wenn alle Feiertage in Deutschland gesetzlich einheitlich geregelt wären. Und das unabhängig von konfessionellen Hintergründen, die ohnehin nur noch wenige interessieren. Ich könnte als Unternehmer prima damit leben, wenn die bayerischen Feiertage bundesweit als gesetzliche Feiertage festgelegt werden. Meine Mitarbeiter übrigens auch.

Jörg Ökonomou, Hamburg

Pessachfest für alle

Den Vorschlag, in Hamburg als Ausgleich für die katholischen Feste in Bayern einen oder zwei neue Feiertage einzuführen, begrüße ich vorbehaltlos. Allerdings vertrete ich eine andere Terminvorstellung als die Berufspolitiker in der Bürgerschaft. Ich möchte dafür plädieren, die höchsten Feiertage der wichtigsten religiösen Minderheiten in Hamburg, das Opferfest der Muslime und das Pessachfest der Juden, in den Jahreskalender als freie Tage für alle Bürger aufzunehmen – ein sichtbares Zeichen für interreligiöse Toleranz und für Weltoffenheit.

Dr. Peter Schütt, Sprecher der deutschsprachigen Muslimgemeinde am Islamischen Zentrum Hamburg

Betriebskosten reduzieren

21. April: Ta­xi­fah­ren in Hamburg wird bis zu zwölf Prozent teurer

Welche Kostensteigerungen rechtfertigen eine erneute Erhöhung der Tarife um zwölf Prozent? Warum denkt man nicht einmal über eine Reduzierung der Betriebskosten nach? Muss es denn unbedingt eine benzinschluckende Sechszylinder-Luxuskarosse mit Wurzelholzverzierungen am Armaturenbrett sein, an deren hohen Anschaffungs- und Betriebskosten sich heute der Einheitstarif orientiert? Wie wäre es mit unterschiedlichen Tarifen, die sich z. B. nach der Umweltverträglichkeit oder den Betriebskosten der Droschke richten könnten. Dann kann der Kunde entscheiden, ob und wie viel ihm das Transportmittel selbst einen höheren Fahrpreis wert ist.

Peter von Elm, Lüdersburg

Schafft diesen Spitznamen ab

20. April: 100 Tage Elb­phil­har­mo­nie. Eine Bilanz

Lieber Herr Lieben-Seutter, mit dem letzten Satz in Ihrem Abendblatt-Interview haben Sie mir aus der Seele gesprochen. Schon einen Tag nach der Eröffnung dieses prächtigen Konzerthauses habe ich mich über diesen, wie Sie sagen, Spitznamen Elphi sehr geärgert. Man sollte ihn verbieten. Keiner sagt zur Staatsoper Opi oder zum Schauspielhaus Schaui oder zum Thalia Theater Thali usw. Die Reihe könnte man noch fortsetzen. Schafft diesen Spitznamen ab. Daran soll sich niemand gewöhnen.

Gisa Perti, per E-Mail

Eine Frage und viele Antworten

Der Generalintendant, Herr Lieben-Seutter, wünscht sich, dass noch mehr Besucher von den oft gratis angebotenen Abendprogrammen Gebrauch machen. Mein Versuch, bei der Elbphilharmonie per Mail zu erfahren, wo man denn Informationen zu diesen Veranstaltungen bekomme, scheitert daran, dass man dort die Standardauskunft erhält, man sei so überlastet durch die vielen Anfragen zur Elbphilharmonie, dass man nur mit großer Verzögerung auf Fragen antworten kann. Und dann folgen Antworten zu allen möglichen Problemen, aber nur nicht auf die Frage nach den Gratis-Abendprogrammen.

Horst Hüneke, Hamburg

Nur nicht alt und krank

19. April: Krankenkasse: Prämie für gesunde Arbeitnehmer

Dieser Artikel macht mich fassungslos. Als wenn es jemanden gibt, der gerne krank ist. Schlimm genug, wenn man eine bedrohliche Diagnose vom Arzt bekommt. Nun muss man auch noch Angst vor finanziellen Strafen haben. Also sich lieber halb tot in die Firma schleppen. Dabei haben gerade die Krankenkassen immer wieder gefordert, dass man seine Gesundheit erhalten soll. Offensichtlich lieber eine Grippe im Unternehmen verteilen, mit 30 Prozent Leistung am Schreibtisch herumhusten, als sich schnell zu erholen, um dann wieder mit 100 Prozent fit zu sein. Das passt in die These vieler: In Deutschland darf man alles, nur nicht alt und krank werden.

Elfi Dröge, per E-Mail

Eklatante Inkompetenz

19. April: Stolperfalle am Mühlenkamp wird zurückgebaut

Sie ist so haarsträubend und unfassbar, diese Inkompetenz der Hamburger SPD-Verkehrspolitik. Was sitzen da bloß für Leute? Mit unseren Steuergeldern solche Umstrukturierungen zu verzapfen und hinterher wieder zurückzubauen – erneut auf unsere Kosten. Erst der Harvestehuder Weg, jetzt der Mühlenkamp. So eklatante Inkompetenz würde in jeglichem anderen Berufsfeld zur Entlassung führen.

Jochen Brachmann, per E-Mail

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.