Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 13. April 2017

Hafengeburtstag in Poppenbüttel?

12. April: Aus für Groß­ver­an­stal­tun­gen in Hamburgs In­nen­stadt? Chef des Bezirks Mitte will Schlagermove & Co. verbannen

Ich bin es leid, mir solche kindischen Vorschläge machen zu lassen. Soll der Hafengeburtstag vielleicht in Poppenbüttel stattfinden? Der Bezirk soll sich um die Instandhaltung von desolaten Fußwegen und Straßen kümmern. Die Anwohner, die am Hafen, der Reeperbahn oder der Schanze wohnen, sind dort bestimmt nicht hingezogen, weil es sich um ein Naherholungsgebiet handelt. Und wenn sich zwei Veranstaltungen auf einen Tag konzentrieren, ist doch der Aufwand kleiner und die Belastung zeitlich begrenzter.

Thomas Schendel, Hamburg-Poppenbüttel

Dorffest lässt Wände wackeln

Ich kann die Anwohner sehr gut verstehen. Wir in Hittfeld werden einmal im Jahr vom Hittfelder Dorffest gebeutelt. Für die Anwohner eine Zumutung, für die Geschäftsleute gar nicht akzeptabel, da viele Kunden schon Tage vorher unseren Ort meiden und die Geschäfte daher große Einbußen haben. Und die Lautstärken, mit denen heute diese Feste arbeiten, sind unerträglich, die Musik schallt bis in die Nachbarorte, bei uns wackeln die Wände.

Gitta Uther, Seevetal

Späte Reaktion

12. April: Elb­phil­har­mo­nie – jetzt wird jede Stufe markiert. Durch breitere Gummistreifen sollen Stolperfallen verschwinden

Bereits bei den Testkonzerten für die Anwohner und Freunde der Elbphilharmonie wurden die Beobachter von den Besuchern auf die sogenannten Mängel (Toilettenkennzeichnung und fehlende Stufenmarkierungen) hingewiesen. Die Reaktionen waren Schulterzucken und ein "Wir wissen das". Und jetzt reagiert man erst, nachdem es erste Unfälle gegeben hat? Traurig.

Jörg Thyroff, per E-Mail

Besucher gucken in die Luft

Ich war mehrfach im Großen Saal und beobachte immer wieder, dass die Leute anstatt auf den Boden in die Höhe schauen. Dann muss man sich über Stürze nicht wundern. Wer auf seine Schritte achtet und nicht eilig irgendwohin hetzt, fällt auch nicht. Die schmalen Streifen an den Treppen sind deutlich genug. Man kann es mit dem Markieren auch übertreiben. Das ganze Gebäude fordert dazu auf, achtsam zu sein. Nicht die schlechteste Übung in unserer Zeit.

Annette Bopp, per E-Mail

Offene Diskussionen führen

11. April: Die verfolgte Religion. Der Anschlag von Kairo wirft ein Schlaglicht auf Christen als Opfer

Der Analyse von Herrn Iken ist zweifellos zuzustimmen. Allerdings ist auch das Abendblatt an der in dem Leitartikel kritisierten Leisetreterei nicht ganz unschuldig. So suchen wir in den Artikeln des Abendblatts oft vergeblich nach Begriffen wie "Islamkritik" oder "islamkritisch". Der Islam kennt nicht die Trennung von Staat und Kirche, kennt u. a. keine Glaubens- oder Religionsfreiheit und keine Gleichberechtigung – alles Werte, die bei uns im Grundgesetz verankert sind und die wir daher auch vertreten dürfen. Die dadurch resultierende Intoleranz des Islam gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen ist ein grundsätzliches Problem und betrifft

nicht etwa nur Islamisten, Fanatiker oder gar Attentäter, die sich ja auf den Islam berufen. Wenn wir dies unter den Teppich kehren, vermeiden wir eine offene Diskussion, leisten keinen Widerstand und lassen zudem die im Stich, die durch eine ausgleichende und tolerante Auslegung ihres Glaubens sich den Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts anpassen wollen.

Klaus Lohnzweiger, per E-Mail

Aus der Seele gesprochen

11. April: Wenn die Leichte Sprache zur Satire wird. Vergessen Sie nicht, den Land-Tag zu wählen! Das geht auch per Brief-Wahl, falls Sie Ihre Post-Leit-Zahl kennen

Herzlichen Dank, lieber Herr Schmacht-hagen, für Ihren heutigen Beitrag, dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist. Sie haben mir aus der Seele gesprochen. Mit Bindestrich-Wortsalat allein ist keinem geholfen. Viel besser wäre es, in ein­fachen, kurzen Sätzen zu formulieren und die behördliche Unsitte der Sub­stantivierung zu vermeiden. Aber das hört sich ja immer so schön amtlich, sachlich an. Die Rechtschreibung wird schon genug im digitalen Schriftverkehr missachtet, sodass man sich gelegentlich spießig und altmodisch vorkommt, wenn man sich auch dort um orthografische Richtigkeit bemüht. Also bitte keine Schwimmbecken mit 50 Zentimeter Wassertiefe. Außerdem, wenn man ständig falsch Geschriebenes zu lesen bekommt, weiß man irgendwann nicht mehr, was richtig ist. Das gilt vor allem auch für unsere Schulkinder. Denn die sollen doch wohl noch die Rechtschreibung lernen.

Regina Heurich, per E-Mail

Bestehende Grünanlagen pflegen

11. April: Grünes Licht für den grünen Bunker. Bezirksamt erteilt Baugenehmigung für Aufstockung und Bepflanzung des Schutzbaus an der Feldstraße

Auch wenn eine Begrünung des Bunkers sicher zur Verbesserung der Luftqualität auf St. Pauli beitrüge, finde ich seine Erhaltung im ursprünglichen Zustand als Mahnmal gegen Krieg und Terror wünschenswert. Sinnvoll ist es, nach meiner Meinung, die bestehenden Grün- und Parkflächen der Hansestadt besser zu erhalten und zu pflegen, da besteht Nachholbedarf. Und der ist auch nicht mit der jährlichen Aktion "Hamburg räumt auf" zu beheben, bei der die armen Schulkinder den Müll einsammeln müssen. Auch die um sich greifende Bauwut, bei der möglichst jedes Fleckchen Grün noch zubetoniert werden muss, halte ich für bedenklich. Schließlich war Hamburg im Jahre 2011 Umwelthauptstadt – dies scheint in vielen Bereichen vergessen zu sein.

Martina Schwennicke, per E-Mail

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