Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 9. März 2017

Nachtruhe gewährleisten

8. März: ,Wir wollen leisere Jets fördern'. Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler über höhere Lärmzuschläge und Probleme beim Gepäck

Das Interview ist ein Hohn für alle Hamburger, denn wieder spielt Herr Eggenschwiler die zunehmende Lärmbelastung und die daraus entstehende enorme Gesundheitsschädigung und Leistungsbeeinträchtigung herunter. Die Nachtruhe muss ohne Ausnahme um 22 Uhr beginnen, um bis sechs Uhr, wenn die ersten Jets losdonnern, auf ausreichend Schlaf zu kommen und arbeits- und leistungsfähig zu sein. Der Hamburger Flughafen ist der einzige Großstadtflughafen in Deutschland, der mitten in der Stadt liegt. Hier muss eine ausreichende Nachtruhe gewährleistet sein, um eine Gesundheitsschädigung und Leistungsbeeinträchtigung der Bevölkerung zu vermeiden. Die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung sollten in Hamburg höchste Priorität haben.

Dr. Christine Busch, Hamburg

Hundebesitzer bestimmen selbst

8. März: Wo dürfen Hunde noch frei her­um­to­ben? Auslauffläche im Jenischpark wird abgeschafft

Ich habe mich kringelig gelacht über die ganzen Expertengruppen und runden Tische, die zu dem Thema Hundelaufwiese im Jenischpark getagt haben und ohne Lösung auseinandergelaufen sind. Die Damen und Herren Bezirkspolitiker und Verwaltungsjuristen sollten sich mal an ihr erstes Semester Jura erinnern. Dort müssten sie von der "normativen Kraft des Faktischen" gehört haben. Das Faktische in diesem Fall ist, dass nicht nur die "Hundewiese" aktuell Auslaufzone ist, sondern der gesamte Jenischpark. Die hanseatischen Hundebesitzer lassen sich offenbar nicht vorschreiben, wo sie ihre Hunde frei laufen lassen. Obwohl die Hunde dabei auch in das Naturschutzgebiet vordringen und Sumpfdotterblume und Schlangenwurz gnadenlos zertreten. Täglich im Jenischpark zu besichtigen. Nur einen angeleinten Hund habe ich dort so gut wie nie gesehen. Und das ist gut so.

Jürgen Puberitz, Hamburg

Mathe nicht vergessen

7. März: Platt­düütsch wedder in Mood

Prima, dass an vier Schulen die Hamburger Abiturienten im Fach Niederdeutsch ihre Abiturprüfung ablegen können und dass Hamburg die Nase vorn hat. Nur leider hätten die Oberstufenschüler gerade der Gymnasien Bornbrook (ursprüngliche Durchschnittsnote 4,3) und Finkenwerder (4,6) sowie der Stadtteilschule Kirchdorf (5,3) bei den Mathe-Probeabiturprüfungen im Januar 2017 mehrheitlich nicht bestanden. Die Schulbehörde und die Schulen sind gut beraten, die Ziele im Pflichtfach Mathematik nicht für ein Wahlfach (Niederdeutsch) aus den Augen zu verlieren.

Mario Sagasser, per E-Mail

Regelwerk für Plattdeutsch?

Wer Deutsch als Abitur-Prüfungsfach gewählt hat, muss sich bei der schriftlichen Ausarbeitung seines Prüfungsthemas an die für Deutsch geltenden Rechtschreib- und Grammatikregeln halten, dargelegt zum Beispiel im Duden. Gibt es für das Niederdeutsche ein äquivalentes Regelwerk? Meines Wissens nicht. Es gibt zwar verschiedene Ausgaben plattdeutscher Wörterbücher, aber die sind keine Regelwerke für plattdeutsche Rechtschreibung und Grammatik. Und ich nehme an, dass manche Schule Plattdeutsch deshalb so lehrt, wie ihr der regionale plattdeutsche Schnabel gewachsen ist. Immerhin gibt es laut Wikipedia in Norddeutschland über 20 Plattdeutschdialekte. Und ein Plattdeutschdialekt kann ja wohl kein Abitur-Prüfungsfach sein. Sonst müsste man für den Bereich des Hochdeutschen auch Bayerisch, Sächsisch, Schwäbisch usw. als Abiturfach zulassen.

Werner Meier, per E-Mail

Mehr von guten Taten!

7. März: Warum es sich lohnt, ehrlich zu sein

Vielen Dank für Ihren Artikel zu dem ehrlichen Finder einer Brieftasche. Es ist wünschenswert, generell mehr von erfreulichen Vorkommnissen zu erfahren. Es passieren tagtäglich tolle und wunderbare Dinge, von denen es sich lohnt zu berichten.

Thomas Köpke, per E-Mail

Bus-Shuttles aus dem Umland

6. März: Volkspark-Arenen in der Staufalle: Schon der vierte Doppeltermin. Was der Hallenchef von der Stadt fordert

So sehr es zu begrüßen ist, wenn Menschen öffentliche Verkehrsmittel anstelle von Autos nutzen, im Falle der Volkspark-Arenen wäre der Effekt nur gering. Bei einem Anreise-Zeitfenster von vielleicht 45 Minuten, bei der Abreise noch kürzer, wären die dann zur Verfügung stehenden Bahnen kurzzeitig voll, um vor, während und nach der Veranstaltung leer ihre Kreise ziehen zu müssen. Und dies, um an 20 Tagen im Jahr vermeintlich weniger Probleme zu haben. Auch sind 4000 Personen mehr in Relation zu den 40.000 bis 50.000 Besuchern im Stadion nicht der entscheidende Faktor. Eine Sorge ist vielleicht, dass die Besuchergruppen nicht homogen sind. Der Abstand der jetzt vorhandenen Schnellbahnstationen zum Stadion ermöglicht es, die Besucherströme zu lenken und zu trennen, was bei einer Haltestelle direkt bei den Arenen nicht möglich wäre. In vielen Fällen würde man so eine Station direkt vor und nach Fußballspielen wohl eher schließen müssen. Das Problem liegt in der Ballung verschiedener Veranstaltungsstätten – da hätte man vor einigen Jahren wacher sein müssen. Ich meine aber, dass bei der Entscheidung für den Bau der beiden Hallen neben den vorhandenen Flächen die vorhandene Verkehrsinfrastruktur sogar eine mitentscheidende Bedeutung hatte. Vielleicht sollten die Veranstalter darüber nachdenken, ob sie Bus-Shuttles aus den Städten im Umland anbieten. Das würde den Parkdruck und die Verkehrsbelastung um den Volkspark wirklich verringern.

Michael Klanck, Hamburg

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