Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 7. März 2017

Selbstbewusst Größe zeigen

6. März: Tage des Zorns. Der türkische Präsident Erdogan setzt auf Konfrontation

Warum lassen wir nicht einfach alle türkischen Minister in Deutschland zu ihren Landsleuten sprechen? Zeigen wir nicht genau dadurch den hier lebenden türkischen Mitbürgern die Vorteile einer offenen, pluralistischen Gesellschaft mit Meinungsfreiheit und dem Zulassen von öffentlichen Diskussionen? Ich glaube, dass diese Haltung bei den türkischen Bürgern weit mehr bewirkt, als wenn wir durch Redeverbote und Beschränkung ein "Jetzt-erst-recht-Verhalten" bei der Abstimmung über das Präsidialsystem erzeugen. Einfach mal selbstbewusst Größe zeigen.

Andreas Härms, per E-Mail

Keine Hilfe für die Türkei

Die Überschrift beschreibt meine momentane Gefühlslage. Der Inhalt kann nur wütend machen, denn zeitnah reiste der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek zu Bundes­finanzminister Wolfgang Schäuble nach Berlin zu einem vertraulichen Treffen. Bei dem Treffen ging es um die labile Wirtschaftslage in der Türkei und die Frage, was Deutschland zu deren Stabilisierung beitragen könne. Sollte sich die Bundesregierung veranlasst sehen, finanzielle Hilfe zu leisten, befürchte ich "Monate des Zorns" in Deutschland.

Matthias Müller, Hohenhorn

Merkel muss sich klar äußern

6. März: Hass aus der Türkei. Trotz Erdogans Tiraden wäre ein Veranstaltungsverbot falsch

Wenn Erdogan und seine Minister hier die Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen wollen, dann geht das nur unter Einhaltung der demokratischen Grundsätze. Also, wer hier sprechen will, muss es auch ermöglichen, dass sich gegen das Referendum geäußert wird. Das ist aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Einer der Gründe ist Journalist und sitzt gerade in der Türkei im Gefängnis. Viele andere, auch Abgeordnete, ebenfalls. Weder in der Türkei kann also die Opposition ausreichend ihre Meinung äußern, noch hier in Deutschland. Solange dieser Pluralismus nicht hergestellt ist, darf die einseitige Meinung nicht ermöglicht werden. Schon lange hätte sich die Kanzlerin klar äußern und handeln müssen, anstatt sich zu theoretischen Ansprüchen zu versteigen, über die Erdogan lacht und uns als Volk verhöhnt.

Manfred Stöckling, per E-Mail

Unsere Demokratie hält das aus

Meinungs- und Redefreiheit sind in unserem Grundgesetz fest verankert, das unterscheidet unsere Republik Deutschland wohltuend von diktatorisch geführten Staaten. Es ist deshalb absurd, wenn gerade die Türkei diese Grundrechte für sich in Anspruch nimmt und auf deutschem Boden um Unterstützung für weitere Machtbefugnisse ihres Präsidenten werben will. Natürlich wird unsere Demokratie auch diese neue Provokation aushalten. Aber man darf erwarten, dass der Verfassungsschutz diese Wahlveranstaltungen genau überwacht und bei den geringsten Verstößen sofort abbricht.

Martin Wucherpfennig, per E-Mail

Eine Stunde Warten aufs Gepäck

4./5. März: Kof­fer­chaos am Flughafen – vielen Pas­sa­gie­ren reicht es

Anstatt Leute zur "Beruhigung" der auf Koffer wartenden Gäste einzustellen, sollte der Airport lieber mehr besser bezahlte Gepäcklader einstellen. Wir reisen oft, und es ist ab Hamburg keine Freude, denn im Schnitt warten wir eine Stunde aufs Gepäck. In der Zeit ist man auch in Hannover, wo es möglich ist, schnell sein Gepäck zu bekommen.

Anita Hoffmann, per E-Mail

Gerechter Lohn für schwere Arbeit

Der Hamburger Flughafen ist bei der Gepäckausgabe schon lange auf dem Niveau eines Provinzflughafens angekommen. Das Problem ist ja nicht neu. Man kommt von einer schönen Reise zurück und wartet ewig auf sein Gepäck. Dabei ist das Problem so einfach zu lösen: gerechter Lohn für eine sicherlich körperlich schwere Arbeit. Das aber müssen die Verantwortlichen wohl erst einmal begreifen.

Uwe Stimmann, per E-Mail

Unhaltbarer Zustand

Als beruflicher Vielflieger bin ich von diesem unhaltbaren Zustand schon seit 2014 betroffen. In den letzten drei Jahren hatte ich ungefähr 100 Ankünfte in Hamburg pro Jahr, häufig von der Langstrecke und in Premiumklassen kommend, erwarte ich eine schnelle Bereitstellung des eingecheckten Gepäcks. Ich habe noch an keinem Flughafen dieser Erde solch unhaltbare Zustände wie in Hamburg erlebt – in der Regel liegt mein Koffer auf dem Band, wenn ich die Halle betrete. Leider scheint der Flughafen lieber immer das gleiche Klagelied von den bösen Fluggesellschaften, die auf Containerverladung verzichten, anstimmen zu wollen, anstatt sich mal dem Kern des Problems anzunehmen. Der Flughafen hat mit seinen Maßnahmen, zunehmend Low-Cost-Carrier anzusiedeln, selbst für diese Situation gesorgt – denn genau diese setzen aus Kostengründen in der Regel auf Einzelgepäckverladung.

Hanns-Christian Nicken, Glinde

Kleinod der Entschleunigung

2. März: Övel­gön­ne: (k)ein Strand für alle? Warum ein Radweg an der Elbe richtig ist

Es geht um ein äußerst schwieriges Bauvorhaben an einem historisch gewachsenen und einzigartigen Ort, welches nicht nur ein Vielfaches der prognostizierten Bausumme verschlingen, sondern sich obendrein als äußerst wartungs- und kostenintensiv herausstellen wird. Der Verlust an Aufenthaltswert für alle (nicht radelnden) Menschen am Strand wäre enorm und die zusätzliche Belastung durch noch mehr Besucher zu Fuß und fahrenden Verkehr kaum zu verkraften. Övelgönne und der Strand sind ein Kleinod der Entschleunigung inmitten einer Großstadt.

Katharina Marg, Hamburg

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