Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. März

Eine zu untersuchende Tatsache

3. März: Für wen spricht die Kammer noch? Die Firmenchefs im neuen Plenum beschäftigen 6000 Mitarbeiter. 5000 davon sind allein bei der Haspa

In Ihrem Artikel suggerieren Sie, dass die Handelskammer eine Organisation sei, die Arbeitnehmer und Auszubildende vertrete. Auch hier hilft ein Blick in Gesetz und Satzung, anstatt offensichtlich von der Kammergeschäftsführung lancierte Thesen zu verbreiten. Laut Satzung nimmt die Handelskammer Hamburg als Selbstverwaltungskörperschaft des öffentlichen Rechts die gemeinsamen Belange der Kammerzugehörigen wahr und fördert sie. Kammerzugehörig sind aber ausschließlich Unternehmen, und es geht dort um deren Belange. Damit sind allenfalls indirekt Arbeitnehmer betroffen. Auch wenn es vielleicht dem Abendblatt, ehemaligen Plenumsmitgliedern, dem Präses und der Geschäftsführung wehtut, aber bleiben Sie bitte bei einer objektiven und sachlich richtigen Berichterstattung. So ist nun mal Demokratie, man kann sich nicht immer aussuchen, wer die Mehrheit hat. Und wenn die Mehrzahl der Unternehmen nicht abstimmt, ist das auch eine zu untersuchende Aussage.

Dr. Dieter Hölterhoff, Hamburg

Häufig beschworen, aber versäumt

Allenthalben wird jetzt moniert, dass größere Hamburger Unternehmen nicht mehr im Plenum vertreten sind. Aber hat jemand die Frage gestellt, was ihr Anteil daran ist? Die Diskussionen um Veränderungen in der Handelskammer wurden von den Vertretern der kleinen Unternehmen angestoßen. Wofür sie oft und anhaltend kritisiert wurden. Vertreter großer und/oder traditionsreicher Unternehmen und Branchen beschworen zwar im informellen Austausch häufig die Notwendigkeit einer Reform der Kammer, sie haben es jedoch versäumt, frühzeitig Verantwortung für einen echten Change-Prozess und die Zukunfts­fähigkeit der Handelskammer zu übernehmen. Ich komme auch aus einem kleinen Unternehmen. Als Geschäftsführerin einer Unternehmensberatung habe ich bei drei Wahlen kandidiert und wurde jedes Mal in das Plenum gewählt. Ohne die Unterstützung eines Arbeitgeberverbands, sondern aufgrund meines persönlichen Engagements, in Ausschüssen, Arbeitskreisen und in Kontakt zu den Wählern.

Martina Plag, per E-Mail

Ein Gewinn für die Demokratie

Eine interessante Einstellung der Kritiker. Der Vertretungsanspruch wird hinterfragt, obwohl ganz demokratisch gewählt wurde. Dann müsste man auch den Vertretungsanspruch des deutschen Parlaments infrage stellen, weil dort viele Berufe deutlich unterrepräsentiert sind. Demokratie hat Spielregeln, und die müssen akzeptiert und gelebt werden. Ich bin mir sicher, dass sich die Wahlbeteiligung bei den nächsten Kammerwahlen deutlich erhöhen wird. Insofern ein Gewinn für die Demokratie.

Dr. Jürgen Kirsch, Marienthal

Keine Propaganda

3. März: Türkei bestellt deutschen
Botschafter ein

Es wäre unerträglich, wenn auf deutschem Boden Foren geschaffen würden, die türkischen Politikern Gelegenheiten böten, Propaganda für den weiteren Abbau von Pressefreiheit und Gewalten­teilung in ihrem Land zu machen und damit sogar unsere demokratischen Errungenschaften missbrauchen würden. Es würde ja auch bedeuten, dass Deutschland als Erdogans Steigbügelhalter beteiligt wäre am möglichen Abgleiten der Türkei in eine Diktatur – das könnten uns die moderaten Kräfte dieses Landes wohl nie verzeihen.

Horst Mahl, Wedel

Widerspruch

Den Türken, die in Deutschland leben und die für Erdogan stimmen und somit für das Präsidialsystem sind, stellt sich die Frage: Warum leben sie in einer Demokratie wie Deutschland, wenn sie für ein autokrates System sin? Sie sollten in die Türkei zurückgehen.

Manfred Mai, per E-Mail

Suchen und nicht finden

3. März: Handy soll freie Parkplätze in der Innenstadt finden

Für wie dumm wird der Bürger eigentlich gehalten? Es verschwinden laufend Parkplätze durch eine falsche Verkehrspolitik, und dann soll man mit dem Handy danach suchen und (nicht) finden.

Dieter Worch, Hamburg

Zack und einen Punkt in Flensburg

Eine Handy-App, die freie Parkplätze anzeigen soll, ist auch eine Aufforderung an den genervten Parkplatzsucher, das Smartphone während der Fahrt zu benutzen. Und dann? Zack, hat der Sucher einen Punkt in Flensburg. Vielleicht gibt es dann aber ja mehr freie Parkplätze, weil mehr Autofahrer wegen Fahrverbots gerade keinen Parkplatz suchen.

Ulrich Kolitschus, Sülldorf

Radler in Norwegen

3. März: Rund um die Alster erhalten
Radfahrer Vorfahrt

Warum müssen Radfahrer immer Vorfahrt haben? Können nicht Straßen gleichberechtigt genutzt werden? In Norwegen haben wir Schilder gesehen, auf dem ein freundlicher Radfahrer abgebildet war, der sich lächelnd umsah. Überschrift: Teile die Straßen. Wie steht es eigentlich mit den Kenntnissen bei einigen Radfahrern über Verkehrsregeln?

Dorlis Fritz, Hamburg

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