Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 25. Februar 2017

Nur maximale Verdichtung zählt

23. Februar: Baum­be­stand in Hamburg weiter ver­rin­gert

Eine wesentliche Ursache für den schwindenden Baumbestand ist, dass in den Baugenehmigungsverfahren von großen Wohnblöcken hauptsächlich auf maximale Verdichtung geachtet wird. Wohnhäuser werden ohne oder mit minimalstem Abstand an die bestehenden Straßen gebaut, für Vorgärten und Straßenbäume bleibt kein Platz mehr und selbst die Breite der Gehwege wird auf ein Minimum beschränkt. Selbst da, wo Platz wäre, werden nur noch Bonsaibäumchen gepflanzt, die auch noch rundherum zuasphaltiert werden und zwangsläufig eingehen. Vermutlich möchte man sich die Kosten für die Reinigungsarbeiten für das anfallende Herbstlaub sparen. Denn dort wo noch Bäume in Wohngebieten stehen, kommt die Stadt leider schon lange nicht mehr ihrer Straßenreinigungspflicht nach. Die Lebensqualität sinkt damit beständig. Es bleibt auch die Frage, aus welchen Gründen in Parks oder parkähnlichen Baumbeständen überhaupt so viele Bäume gefällt werden? Offenbar ist eine naturnahe Gestaltung von Parkanlagen uner- wünscht?

Uwe Terzenbach, Hamburg

Lebensraum für Tiere in Gefahr

21. Februar: Bäume müssen neuem Uni-Rad­weg weichen

Die Rechnung, alten Baumbestand durch junge Bäume zu ersetzen, geht nicht auf. Alte Bäume bieten viel mehr Lebensraum und Schutz für Tiere als junge. Auch besteht die Gefahr, dass die Artenvielfalt leidet. In den letzten Monaten wurden an vielen Stellen in der Stadt alte Bäume gefällt. Besonders augenfällig am Wandse-Wanderweg zwischen Wandsbek und Farmsen. Dort sind ohne ersichtlichen Grund große Lücken im Baumbestand entstanden. Hier hat starker Wind jetzt eine gute Angriffsfläche. Weitere alte Bäume, die bisher im Schutz anderer Bäume standen, könnten bei Sturm umfallen. Was steckt für ein Plan dahinter? Hamburg steht für viel innerstädtisches Grün und sollte den Baumbestand schützen und Grünstreifen pflegen. An der Wandse zum Beispiel wäre eine umfangreiche Uferpflege dringend erforderlich. Unerwünschte pflanzliche Einwanderer, wie meterhohes Rohrschilf, überwuchert an vielen Stellen bodennahen einheimischen Uferbewuchs. Nist- und Ruheplätze für die Tierwelt gehen verloren.

Susanne Grabler, per E-Mail

Mit Husten zu Hause bleiben

21. Februar: Die ungeschriebenen Regeln bei Konzerten ...

Zu den ungeschriebenen Regeln gehört auch, dass man, wenn man krank ist, nicht ins Konzert geht. Besucht man in diesen Wochen aber die Oper, die Laeisz­halle oder die Elbphilharmonie, könnte man zu dem Schluss kommen, dass Hamburg statt eines neuen Konzerthauses eher ein Lungensanatorium gebraucht hätte.

Michael Krenzer, per E-Mail

Mehr Teilzeit für Väter

21. Februar: Tra­di­tio­nel­les Fa­mi­li­en­bild: Frauen stecken im Ar­beits­le­ben häufig zurück

Es ist gewiss richtig, die Frauen selbst wählen die schlechter bezahlten Berufe – eine Folge von sehr geschlechtsspezifisch geprägter Erziehung. Auch das hat die OECD-Studie ermittelt: Ein Großteil der Bevölkerung in den alten Bundesländern meint, dass Mütter – wenn überhaupt – nur in Teilzeit arbeiten sollten. Das ist Konsens mit der Wirtschaft, die umgekehrt Teilzeit für Väter oft noch unmöglich macht. Ministerin Schwesig ist auf dem richtigen Kurs, dieses Missverhältnis auszugleichen.

Johannes Zink, Norderstedt

Kleinunternehmen gut vertreten

21. Februar: Handelskammerwahl:
Haspa-Chef – fast allein mit den Rebellen

Ich kann die Aussage von Herrn Vogelsang auf die Frage, ob er zukünftig freiwillig Kammerbeiträge zahlen würde, gut verstehen. Auch ich möchte nur Kammerbeiträge zahlen, wenn ich mich gut vertreten fühle. Ich warte seit über 13 Jahren darauf – wie wohl viele andere Kleinunternehmen auch.

Andrea Mählmann, Hamburg

Müll-Sünder verfolgen

23. Februar: Hauptbahnhof bleibt dreckig


Sollte man sich denn wirklich darum kümmern, den Vorplatz häufiger zu reinigen? Ich finde, der Schwerpunkt sollte eher darauf liegen, die Verursacher der Vermüllung zur Verantwortung zu ziehen! In Hamburg aber räumt man immer kritiklos den Verantwortungslosen hinterher, bestraft wird hier überhaupt niemand, das könnte ja die Partylaune schmälern. Und: Wann endlich setzt sich auch einmal im Bewusstsein der Raucher fest, dass auch Zigarettenkippen Müll sind und man sie nicht auf den Boden werfen darf? Manchmal wünscht man sich Verhältnisse wie in Singapur (Kippe auf dem Boden: 100 Euro, Dose: 1000 Euro. Wahlweise Arbeitseinsätze in der Stadtreinigung).

Andreas Schieweck,
per E-Mail

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