Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 9. Februar 2017

Die CDU muss umdenken

8. Februar: Die CDU in der Dau­er­krise. Im Bund stellt sich die Union modern dar – in Hamburg bleibt sie in der Vormoderne

Dem Kommentar ist voll zuzustimmen. Wenn die CDU in Hamburg wieder wählbar werden soll – und das ist im ­Sinne des demokratischen Wechsels durchaus wünschenswert –, müsste die Partei umdenken. Ein Sprung nach vorne würde gelingen, wenn die CDU mit einer Frau an der Spitze in die nächste Bürgerschaftswahl ginge. Zeit genug, diese aufzubauen, bleibt noch. Die FDP hat es vorgemacht, wie mit frischem Gesicht und neuen Ideen verkrustete Strukturen aufgebrochen werden können.

Helmuth Barth, Hamburg

Vom Tiger zum Bettvorleger

7. Februar: Seehofer lässt Merkel antreten. CSU-Chef hat plötzlich nur noch Lob für die CDU-Chefin parat

Seehofer ist als Tiger abgesprungen und als blau-weißer Bettvorleger gelandet. Was für eine krachende Blamage für den Noch-CSU-Chef. Nach mehrmonatigen öffentlichen Attacken gegen die Politik Merkels, die "Herrschaft des Unrechts", Klageandrohungen beim Bundesverfassungsgericht und dem Insistieren auf einer Flüchtlings-Obergrenze nun die wundersame Wandlung: "Wir haben eine vorzügliche Kanzlerin", CSU und CDU werden gemeinsam in den Wahlkampf ziehen, verkündet er gut gelaunt. Dies, wohlgemerkt, trotz zum Teil unüberbrückbarer Differenzen beider Parteien. Alles wie gehabt: Nicht der Wählerauftrag ist die Agenda der Politiker, sondern das Ziel, die nächste Wahl unbedingt zu gewinnen. Dabei können Vertrauen und Glaubwürdigkeit ruhig auf der Strecke bleiben, der Wähler hat's ohnehin bald wieder vergessen, oder?

Michael Deil, Bargteheide

Hooligans hart bestrafen

7. Februar: ,Eine Schande für den
Fußball'. In Dortmund eskalierte die
Gewalt gegen Bundesliga-Aufsteiger
RB Leipzig

Mit Abscheu und Ärger habe ich die Vorfälle verfolgt. Bei vielen Anlässen, nicht nur bei Fußballspielen, ist eine Enthemmung zu beobachten, die fassungslos macht. Es ist mir vollkommen unverständlich, dass es trotz zahlreicher Vorfälle, speziell in großen Stadien, Besuchern offenbar immer wieder leicht gelingt, Mengen aggressiv beleidigender Spruchbänder und Pyrotechnik einzuschleusen. Es muss doch möglich sein, endlich so effektiv und hart zu kontrollieren, dass solche Auswüchse, wie zuletzt in Bochum gesehen, unterbunden werden. Hooligans bzw. Straftäter müssen unnachsichtig verfolgt, gestellt und mit aller Härte bestraft werden. Bei schweren Vergehen ist meines Erachtens zudem eine lebenslange Sperre die notwendige Konsequenz.

Volker Deising, per E-Mail

Angst vor Gewalt

Was sind das für Veranstaltungen, bei denen die Zuschauer von Polizeihundertschaften vor Übergriffen geschützt werden müssen und die Bundesbahn Opfer sinnloser Zerstörungen ihrer Züge ist? Als Besucher muss man Angst haben, zwischen Hooligans zu geraten, mit Gegenständen beworfen oder mit den "Bengalos" verletzt zu werden. Den Spielern werden Unsummen gezahlt, die in keinem Verhältnis zur Leistung stehen. Wer ist gesellschaftlich wertvoller: eine aufopferungsvolle Pflegerin/Krankenschwester oder ein Fußballspieler, der nur den Ball geradeaus schießen kann? Die Vereine kassieren und geben Unsummen für Spieler und Berater aus, die Kosten für polizeilichen Schutz lasten sie der Allgemeinheit an. Aber solange sich die Großkopferten in den beheizten Logen an Schnittchen laben und sich im Licht der Vereine sonnen, wird sich nichts ändern.

Harald Danck, per E-Mail

Hohe Kosten für Akkreditierung

6. Februar: Ein­ser-Ex­amen
an Hamburgs Uni reicht nicht für
Spit­zen­job

Zwar mag es in Einzelfällen möglich sein, dass Unternehmen die Akkreditierung von Studiengängen überprüfen. Für die etablierten Universitäten spielt dies unserer Kenntnis nach allerdings keine Rolle bei der Personalauswahl. Denn letztlich geht es immer einzig und allein um die Eignung des individuellen Bewerbers, erst recht bei solchen, die bereits mehrjährige Berufserfahrung gesammelt haben. Unabhängig von der Akkreditierung unterziehen sich alle Studiengänge der Universitäten seit jeher einer laufenden internen Qualitätssicherung. (...) Die Programm-Akkreditierung selbst ist rechtlich und inhaltlich umstritten, denn sie greift in die im Grundgesetz geschützte Wissenschaftsfreiheit ein. Auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Programm-Akkreditierung sollte hinterfragt werden: Die Kosten von 15.000 Euro pro Studiengang, die alle drei Jahre neu anfallen, bedeuten alleine für die Universität Hamburg mit ihren ca. 170 Studiengängen im Dreijahresrhythmus 2,5 Millionen Euro. Dieses Geld wird der Lehre entzogen. Ob und in welchem Umfang die Qualität der Studiengänge tatsächlich durch Akkreditierung verbessert wird, ist hingegen durchaus offen.

Prof. Dr. Peter Burger, Landesvorsitzender Deutscher Hochschulverband

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