Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 21. Januar 2017

Klose zu Höherem berufen

20. Januar: Das nächste große Ding

Mit seinen fundierten Amerika-Kenntnissen und allgemeinen nationalen und europäischen Ansichten wäre Hans-Ulrich Klose eigentlich zu Höherem berufen. Vielleicht sollte Herr Gabriel darüber einmal intensiv nachdenken!

D. Huntemann

Beim Fleisch geht es nur um Profite

20. Januar: Ein langer Weg zu besserer Tierhaltung

Bei diesem Thema auf die Politik zu vertrauen, wäre naiv. Das sieht man an diesem Bericht. Die Fleischindustrie ist wie eine Mafia, da geht es nur um Profite. Wenn ARD und ZDF mit ihrem Bildungsauftrag überhaupt mal solche Filme zu diesem Thema zeigen, dann um 23 Uhr oder später. Diese Berichte gehören regelmäßig ins Vorabendprogramm. Uns Verbrauchern muss viel öfter mal vor Augen geführt werden, wie diese Tiere leiden, deren Fleisch wir bei einem gemütlichen Essen mit Freunden zu uns nehmen – dann würde vielleicht der eine oder andere sein Verhalten überdenken. Wir Deutschen sind bekannt für unsere Tierliebe. Warum gilt sie nicht auch denen, die uns satt machen?

Gitta Uther, Seevetal

Die Physik der Akustik

20. Januar: Das Urteil des Klang-Meisters

Auch wenn man unvorteilhafte Messergebnisse als "orakeln" bezeichnet, muss begriffen werden, dass die Gesetze der Raumakustik auch dann wirken, wenn sie nicht verstanden werden. Das schließt ja die gefühlten, emotionalen Empfindungen nicht aus, aber die Physik lässt sich nicht ignorieren. Bei Gebäuden muss nicht nur die sichtbare Architektur überzeugen, auch die unsichtbare Statik muss stimmen. Bei der Raumakustik ist es entsprechend genauso.

Dr. Ing. Friedrich Weinhold

Was sollte beurteilt werden?

18. Januar: NPD ,ver­fas­sungs­feind­lich – aber be­deu­tungs­los'

Mein (hoffentlich) gesundes Rechtsempfinden fragt sich: Was sollte eigentlich durch das höchste Gremium der Rechtsprechung in Deutschland beurteilt werden? War es die Stärke, sprich, die Mitgliederzahlen der NPD, oder war es die Verfassungsfeindlichkeit der Ziele dieser Partei? Verstehe ich es mit meinem wohl recht begrenzten Empfinden jetzt so, dass dieser Partei sehr wohl verfassungsfeindliche Ziele attestiert werden, aber ich muss sie auch weiterhin mit meinen Steuergeldern unterstützen, weil sie derzeit nicht die Größe hat, rein mitgliederzahlenmäßig, um in unserer Bundesrepublik Schaden anzurichten? Wie kann ich dies meinem Rechtsempfinden erklären? Muss ich jetzt auch alle möglichen terroristischen Angriffe unter die Prämisse stellen, es sind zahlenmäßig ja nicht so viele? Schon schlimm genug, dass sogar Terroristen unter das soziale Netz unseres Staates schlüpfen konnten. Für die NPD hätte ich eine eindeutige Rechtsprechung erwartet!

Renate Bergner, per E-Mail

Wichtiger Malaria-Hinweis fehlt

16. Januar: Malaria – Gefahr auf Reisen

Ein informativer Artikel, bei dem ich nur einen nicht unwichtigen Hinweis vermisse. Typischerweise wird ein Europäer auf einer Reise in Malaria-Gebiete infiziert. Oft treten die entsprechenden Symptome erst nach der Rückkehr auf. Also geht man zum Arzt. Diesem muss man aber nun auch sagen, dass man von einer Reise in ein solches Gebiet zurückgekommen ist. Dem Hausarzt fehlt nämlich oft die nötige Sachkenntnis zur Bewertung der Symptome. Aus eigener Erfahrung von insgesamt elf Jahren in Westafrika und Indien weiß ich, dass es daher gelegentlich zu gefährlichen Fehldiagnosen kommen kann.

Claus-Peter Holste-von Mutius, Wedel

Trampelpfad der Gefühlskälte

20. Januar: Der Fernseh-Sadismus

Zutiefst erschrocken habe ich in den letzten Jahren erleben müssen, wie Menschen im privaten Umfeld und massenmediale Multiplikatoren, vor denen ich Achtung hatte, das Dschungelcamp, das sich durch gefährliche Biederkeit tarnt und Brand stiftet, salonfähig gemacht haben. Inzwischen muss sich keiner mit diesen zu Unterhaltungszwecken zur Schau gestellten Abscheulichkeiten verschämt heimlich "vergnügen". Nein, sie sind zum privaten und kollegialen Gesprächs- und Unterhaltungsstoff freigegeben, über den man sich ernsthaft oder amüsiert austauscht. Man könnte argumentieren, diese Offenheit kompensiere echte Gefahren von Verrohung; viel eher zeigt sich mir da aber der Trampelpfad in eine gesellschaftlich tolerierte Gefühlskälte, ein Virus, das sich von seiner satirisch-komödiantischen Nahrungsquelle löst und sich in alle Lebensbereiche ungebremst ausbreitet. Das ist eine der Grenzüberschreitungen, vor deren Folgen Psychiater Michael Schulte-Markwort zu Recht eindringlich warnt. Ich appelliere an alle, die in der Lage sind, reflektiert zu agieren, Mitmenschen vor einer Akzeptanz solcher Entgleisungen zu warnen und zu schützen.

Uwe-Carsten Edeler

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