Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 14. Januar 2017

Großartiges Programm

13. Januar: Eröffnungskonzert: Der
Große Saal ist er­bar­mungs­los ehrlich
und 11. Januar: Die Vollendete. Sonderausgabe zur Eröffnung der Elbphilharmonie

Großartig das Programm von Hengelbrock, Orchester und Solisten. Wir wurden damals kurz nach der Kriegsgefangenschaft von Schmidt-Isserstedt geprägt. Was hat er gebracht? Bisher von uns nie gehörte Klänge, an die wir uns gewöhnen mussten. Wir haben uns darauf eingelassen und können moderne Musik schon lange sehr genießen. Das schließt den Genuss an klassischen Ohrwürmern nicht aus. Alles zu seiner Zeit.

Horst Kassebaum, Norderstedt

Lasst sie uns genießen

Von Anfang an war ich Befürworterin und argumentierte immer wieder, dass die Elbphilharmonie für Hamburg eine unglaubliche Chance bedeutet. Nach meinen Beobachtungen sind fast alle Gegner inzwischen begeisterte Fans. Wie Lars Haider in seinem Editorial schreibt, hat das Konzerthaus Hamburg bereits verändert und wird es weiter tun. Zu den Kosten kann ich nur sagen: In unserem Stadtteil, Eidelstedt, werden gerade sechs Stadthäuser gebaut, die keinen Keller haben und jedes ca. zehn Meter breit ist. Das billigste kostet 445.000 Euro. Wie hätte das unglaublich schöne und außergewöhnliche Gebäude der Elbphilharmonie für nur 77 Millionen entstehen können? Liebe Hamburger: Lasst uns dieses wunderbare Geschenk unserer Elphi genießen und dankbar sein, dass es Menschen gegeben hat, die bereit waren, das Projekt in Angriff zu nehmen, und andere, die in der schwierigsten Situation den Mut besaßen, die Probleme aus der Welt zu schaffen.

Karin Schramm, per E-Mail

Züchtung inkompetenter Wesen

12. Januar: Mathe-Noten: ,Ein Offenbarungseid'

Als betroffener Vater zweier Kinder verfolge ich dieses Dilemma schon seit Jahren. Ich gehöre nicht zu diesem Teil von Eltern, die alles den Lehrern oder der Schule in die Schuhe schieben, es fängt immer alles zu Hause an. Aber nun schlägt es dem Fass den Boden raus. Wenn wir an unseren Schulen so weiter machen, züchten wir nur inkompetente Wesen heran, die nicht mehr in der Lage sein werden, etwas zu können. Schule unterrichtet nur noch Kompetenzen, keine Fähigkeiten und Können mehr. Unsere Kinder sind die Zukunft; aber nein, anstatt in Bildung und Kinder zu investieren, gönnt sich Hamburg eine Elbphilharmonie für fast eine Milliarde Euro, und die Schulen stehen weiterhin im Dunklen. Unsere Politiker sollten sich die Bildungseinrichtungen vor Ort ansehen, da wird ihnen angst und bange.

Rüdiger Beyer, per E-Mail

Forsch ehrgeizige Ziele ausgeben

Es ist wie leider so oft in der Hamburger Schulpolitik. Rührige Senatoren wie Herr Rabe geben forsch ehrgeizige Ziele aus. Leider versäumen sie dabei regelmäßig, für Schulen und Schüler zunächst die Voraussetzungen zu schaffen, damit sie für die Erreichung dieser Ziele auch gut gerüstet sind. Unterrichtsausfall, Qualität und Konzeption des Mathematikunterrichts sind hier die Stichworte. Die Schüler und Lehrer tun mir leid. Ein "Endspurt" mit "zusätzlichen Übungsstunden" soll jetzt helfen. Deutlicher kann Herr Rabe seine ungenügende Vorbereitung wohl nicht dokumentieren.

Thomas Riedel, per E-Mail

Negative Beispiele aus der Praxis

Herr Rabe sollte sich mal ein Bild davon machen, wie es an unseren Schulen zugeht. Ich kann ihm erklären, warum unsere Kinder so schlecht abschneiden. Ich habe zwei Kinder an Gymnasien. Mein Sohn hatte im letzten Halbjahr sechs Wochen am Stück keinen Mathematikunterricht. Stattdessen haben unsere Kinder jede Menge Filme gesehen. Die vor den Weihnachtsferien zu schreibende Mathearbeit wurde wegen des Ausfalls auf die Zeit nach den Weihnachtsferien verlegt. Ich habe feststellen müssen, dass mein Sohn in den wenigen Stunden zwar von dem Stoff mal gehört, aber überhaupt keine Ahnung hatte, wie dieser anzuwenden ist. Also, Übung gleich null. Die Übung haben wir dann in den Ferien familienintern nachgeholt. Meine Nichte musste, aufgrund des Krankheitsstandes ihres Mathelehrers, komplett auf die Wahrscheinlichkeitsrechnung verzichten. Diese wird aber sowohl in der Prüfung der 10. Klasse als auch im Abitur verlangt.

Birte Kolb, per E-Mail

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