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"Zeit"-Herausgeber Josef Joffe scheitert mit Klage gegen ZDF

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Der Journalist muss Satire erdulden, so das Hamburger Landgericht. Joffe wollte eine Sendung der "Anstalt" verbieten lassen, in der ihm enge Kontakte zu Lobbygruppen vorgehalten wurden.

Hamburg. Das Hamburger Landgericht hat die Klage des "Zeit"-Herausgebers Josef Joffe gegen einen Beitrag der ZDF-Satiresendung "Die Anstalt" als unbegründet abgewiesen. Zwar seien die Behauptungen in einem beanstandeten Schaubild unwahr, aber der Kläger müsse dies hinnehmen, hieß es in dem Urteil nach Angaben von Gerichtssprecherin Ruth Hütteroth am Freitag. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, der Kläger kann innerhalb eines Monats Berufung einlegen (AZ: 324 O 435/14).

In der Sendung vom 29. April hatten die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner einer Reihe einflussreicher Journalisten allzu enge Verbindungen zu transatlantischen Lobby-Organisationen vorgeworfen. Sie verwendeten ein Schaubild, um diese Verbindungen zu belegen. Der "Zeit"-Herausgeber Joffe warf dem ZDF daraufhin vor, er sei fälschlicherweise mit acht transatlantischen Organisationen in Verbindung gebracht worden.

Das Gericht sei zu dem Schluss gekommen, es sei für den Betrachter nicht entscheidend, ob auf dem Bild sieben oder acht Verbindungen aufgezeigt wurden, sagte die Gerichtssprecherin. Darüber hinaus müsse auch der satirische Charakter der Sendung berücksichtigt werden.

Joffe und der Politik-Redakteur Jochen Bittner hatten zunächst eine einstweilige Verfügung gegen die Sendung erwirkt. Der Beitrag wurde daraufhin aus der ZDF-Mediathek im Internet entfernt. Die Verfügung wurde Anfang Oktober aufgehoben.