ZDF Einstweilige Verfügung gegen "Die Anstalt" aufgehoben

Foto: Jürgen Nobel/ZDF

Zwei "Zeit"-Journalisten gingen gerichtlich gegen eine Satiresendung vor. Ihre einstweilige Verfügung wurde aber aufgehoben. Es geht um Verbindungen zu Lobbygruppen.

Hamburg. Das Hamburger Landgericht hat die einstweilige Verfügung gegen die ZDF-Kabarettsendung "Die Anstalt", die von zwei Journalisten der "Zeit" erwirkt wurde, am Montag aufgehoben. Die Entscheidung sei ohne Begründung ergangen, sagte Gerichtssprecherin Ruth Hütteroth dem Evangelischen Pressedienst. Die Journalisten, Herausgeber Josef Joffe und Politik-Redakteur Jochen Bittner, waren gerichtlich gegen die Sendung vom 29. April vorgegangen. Das Urteil im Hauptsacheverfahren ist für den 21. November geplant.

In der Sendung hatten die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner scharfe Kritik an einer einseitigen Ukraine-Berichterstattung führender deutscher Medien geäußert. In diesem Zusammenhang wurden einer Reihe einflussreicher Journalisten allzu enge Verbindungen zu transatlantischen Lobby-Organisationen wie dem "German Marshall Fund of the United States" oder dem Verein "Atlantik-Brücke" vorgeworfen. Der Sender musste den Beitrag nach der einstweiligen Verfügung aus seiner Mediathek nehmen.

Der "Zeit"-Redakteur Bittner erklärte Ende Juli, anders als in der ZDF-Show unterstellt, sei er weder Mitglied diverser transatlantischer Organisationen noch Redenschreiber von Bundespräsident Joachim Gauck. Joffe wirft dem ZDF nach Angaben eines Hamburger Gerichtssprechers vor, er sei fälschlicherweise mit acht transatlantischen Organisationen in Verbindung gebracht worden. Tatsächlich sei er in weniger Netzwerken engagiert.